Leben mit CVID
CVID – das Common Variable Immunodeficiency-Syndrom – ist eine seltene, chronische Störung des Immunsystems. Hinter der nüchternen Abkürzung verbirgt sich eine Erkrankung, die das Leben grundlegend verändern kann. Der Körper bildet zu wenige oder funktionell eingeschränkte Antikörper. Infektionen kommen häufiger, dauern länger, verlaufen komplizierter. Was für andere eine banale Erkältung ist, kann für Betroffene zu einer ernsthaften Belastung werden.
Doch CVID ist mehr als eine erhöhte Infektanfälligkeit. Viele Betroffene kämpfen zusätzlich mit chronischer Erschöpfung, Autoimmunphänomenen oder entzündlichen Veränderungen von Lunge, Darm oder anderen Organen. Die Erkrankung ist komplex, individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt und häufig erst nach einer langen Phase unklarer Beschwerden diagnostiziert.
Mit der Diagnose beginnt ein neues Kapitel. Regelmäßige Immunglobulin-Therapien, engmaschige ärztliche Betreuung und ein bewusstes Management des eigenen Körpers werden Teil des Alltags. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie man trotz chronischer Erkrankung Lebensqualität, Selbstbestimmung und Zuversicht bewahren kann.
Leben mit CVID bedeutet, mit einem verletzlicheren Immunsystem zu leben – aber nicht mit einem schwächeren Lebenswillen. Es ist ein Balanceakt zwischen medizinischer Notwendigkeit und persönlicher Stärke, zwischen Vorsicht und Lebensfreude.
Autor: Mazin Shanyoor
Es gibt Krankheiten, die kommen mit einem Knall. Und es gibt Krankheiten, die kommen mit einem Muster. Nicht dramatisch, nicht spektakulär – aber so hartnäckig, dass du irgendwann beginnst, an dir selbst zu zweifeln.
Du wirst wieder krank. Dann wieder. Und wieder. Es sind „nur“ Infekte, sagen andere. „Du fängst dir halt alles ein.“ „Du musst mal runterkommen.“ „Vielleicht ist es Stress.“
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin






