Berlin, 30.08.2025 - Ein unsichtbarer Keim rückt wieder in den Fokus: EHEC. In Belgien kam es in mehreren Seniorenheimen zu Infektionen mit Todesfällen. Zugleich meldet Mecklenburg-Vorpommern in Deutschland eine auffällige Häufung schwerer Verläufe bei Kindern, teils mit hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) und Dialysepflicht. Es handelt sich nicht um einen bundesweiten Ausbruch, aber um eine ernstzunehmende Lage in betroffenen Regionen.

Belgien: Mehrere Todesfälle in Seniorenheimen
In Belgien wurden in den vergangenen Wochen EHEC-Infektionen in Einrichtungen der Altenpflege festgestellt. Mehrere Bewohnerinnen und Bewohner sind verstorben, weitere erkrankten. Die Quelle ist noch nicht abschließend geklärt; Lebensmittel, Trinkwasser oder eine Übertragung innerhalb der Einrichtungen kommen in Betracht. Für ältere Menschen ist eine EHEC-Infektion besonders gefährlich, da Immunsystem und Nieren weniger Reserve haben und Komplikationen schneller auftreten können.
Deutschland: Kinder mit HUS in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern wurden mehrere Kinder mit EHEC stationär behandelt, in Einzelfällen entwickelte sich ein HUS mit akutem Nierenversagen, das eine Dialyse notwendig machte. Für die Familien bedeutet dies eine intensive medizinische Betreuung und Tage voller Unsicherheit. Nach derzeitiger Einschätzung handelt es sich um eine regionale Häufung; Hinweise auf eine überregionale Ausbreitung liegen nicht vor.
Erinnerung an 2011 – Lehren aus dem großen Ausbruch
Der große Ausbruch 2011 in Deutschland mit Tausenden Erkrankten und über fünfzig Todesfällen hat gezeigt, wie verletzlich Lieferketten und Versorgungssysteme gegenüber unsichtbaren Keimen sind. Seitdem wurden Kontrollen, Rückverfolgbarkeit und Überwachung verbessert. Dennoch bleibt absolute Sicherheit unerreichbar; einzelne regionale Ereignisse sind weiterhin möglich und erfordern rasches, koordiniertes Handeln.
Wie gefährlich ist die Lage?
Es besteht kein Anlass zur Panik, jedoch zur Wachsamkeit. In Belgien wird die Quelle ermittelt; in Deutschland sind die Fälle auf Mecklenburg-Vorpommern begrenzt. Für Einzelpersonen gilt: sorgfältige Küchenhygiene beibehalten, Fleisch vollständig durchgaren, Rohmilch nur abgekocht verwenden, Obst und Gemüse gründlich waschen und auf gute Handhygiene achten – besonders bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.
Fazit: Ernst nehmen, besonnen handeln
EHEC ist eine reale, aber beherrschbare Gefahr. Die aktuellen Ereignisse in Belgien und Mecklenburg-Vorpommern mahnen zur Aufmerksamkeit. Konsequente Prävention im Alltag und eine schnelle medizinische Abklärung bei blutigem Durchfall oder deutlicher Verschlechterung sind jetzt die wichtigsten Schritte.