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Nierensteine können dich von einer Minute auf die andere aus dem Alltag reißen. Die gute Nachricht: Es gibt wirksame Möglichkeiten, akute Schmerzen zu brechen, Steine schonend zu entfernen und das Rückfallrisiko nachhaltig zu senken. Welche Therapie für dich sinnvoll ist, hängt vor allem von Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins ab – und von deiner persönlichen Situation.

Akute Behandlung – Schmerzen unter Kontrolle

Bei einer Nierenkolik steht rasche Schmerzlinderung an erster Stelle. In der Regel erhältst du entzündungshemmende Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) und bei Bedarf Infusionen. Häufig kommen zusätzlich krampflösende Medikamente zum Einsatz, die den Harnleiter entspannen. Bei sehr starken Attacken werden stärkere Analgetika gegeben, um den Schmerz schnell zu durchbrechen.

Wenn der Abfluss stark behindert ist oder eine Infektion droht, schaffen Ärzte zur Entlastung vorübergehend einen Harnleiter-Stent (Doppel-J-Schiene) oder eine perkutane Nephrostomie (Harnableitung über die Haut). Das senkt den Druck in der Niere und schützt das Organ, bis die definitive Behandlung erfolgt.

Frau (ca. 35) mit Nierenschmerzen, hält sich die rechte Seite; weißer Hintergrund. Daneben steht: ‚Behandlungsoptionen bei Nierensteinen‘.
Nierensteine können extreme Schmerzen verursachen

Abwarten oder Eingreifen – abhängig von Größe und Lage

  • Kleine Steine (< 5 mm): Häufig spontaner Abgang möglich. Unterstützend wirken ausreichendes Trinken (nach ärztlicher Rücksprache), Bewegung und Schmerztherapie. Regelmäßige Kontrollen (z. B. Ultraschall) sichern den Verlauf.
  • Mittlere Steine (5–10 mm): Zunächst häufig abwartendes Vorgehen. Gelegentlich wird eine medikamentös unterstützte Steinaustreibung (sog. Expulsionstherapie, z. B. mit Tamsulosin) erwogen, wenn sie für dich geeignet ist.
  • Große Steine (> 10 mm): Spontaner Abgang ist selten. In der Regel ist ein gezieltes Verfahren zur Zertrümmerung oder Entfernung notwendig.

Moderne Verfahren zur Steinentfernung

  • Stoßwellentherapie (ESWL): Der Stein wird von außen mit präzisen Schallwellen zertrümmert. Die Bruchstücke gehen anschließend mit dem Urin ab. Vorteil: nicht-invasiv; sinnvoll bei geeigneter Größe/Lage.
  • Ureterorenoskopie (URS): Ein dünnes Endoskop wird über Harnröhre und Blase in den Harnleiter (und bei Bedarf in die Niere) vorgeschoben. Der Stein wird mit Laser zerkleinert und entfernt. Vorteil: direkte Sicht und hohe Erfolgsquote – auch bei tiefer oder ungünstiger Lage.
  • Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL): Über einen kleinen Hautzugang zur Niere können sehr große oder komplexe Steine effektiv entfernt werden. Minimal-invasiv, aber in Narkose.
  • Selten: offene Operation – nur wenn andere Optionen nicht infrage kommen.

Nach der Behandlung – Erholung, Kontrolle, Sicherheit

Nach ESWL, URS oder PNL braucht dein Körper Zeit. Schonung, ausreichend Flüssigkeit und die vereinbarte Schmerz- und Infektprophylaxe helfen bei der Erholung. Bildgebende Kontrollen stellen sicher, dass keine relevanten Steinreste zurückbleiben. Ein vorübergehender Stent kann beim Abfluss helfen und wird später entfernt.

Wichtig ist die Ursachenabklärung – idealerweise per Steinanalyse und ggf. 24-Stunden-Urin. Daraus ergeben sich gezielte Empfehlungen zu Trinkmenge, Ernährung, Medikamenten und Nachsorgeintervallen.

Vorbeugung – Rückfälle vermeiden

  • Trinkmenge: Ziel ist ein klarer, reichlicher Urin (meist ≥ 2 Liter/Tag, individuell anpassen).
  • Ernährung: Mäßig Salz, ausgewogene Kost, tierisches Eiweiß reduzieren; Oxalat-, Harnsäure- oder Zystin-Strategien je nach Steintyp.
  • Gewicht und Bewegung: Stoffwechsel stabilisieren, Insulinresistenz vermeiden.
  • Medikamente bei Bedarf: z. B. Citrate, Allopurinol oder Harnalkalisierung – abhängig von Analyse und Arztempfehlung.
  • Regelmäßige Kontrollen: Frühzeichen erkennen, Rezidive verhindern.

Wichtiger Hinweis

Dieser Text bietet Orientierung und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung. Entscheidungen zu Diagnostik, Medikamenten und Verfahren triffst du am besten gemeinsam mit deinem Behandlungsteam.

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