Medical Gaslighting
Medical Gaslighting beschreibt ein Phänomen, das viele Betroffene erst im Nachhinein benennen können – obwohl sie es im Behandlungszimmer deutlich gespürt haben. Es geht um Situationen, in denen Beschwerden relativiert, vorschnell psychologisiert oder nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit verfolgt werden. Nicht immer geschieht dies aus Absicht. Oft sind es Routinen, Zeitdruck oder unbewusste Vorannahmen, die dazu führen, dass das subjektive Erleben einer Patientin oder eines Patienten weniger Gewicht bekommt als messbare Befunde. Doch für die Betroffenen fühlt es sich nicht wie ein neutraler medizinischer Prozess an, sondern wie eine subtile Infragestellung der eigenen Wahrnehmung.
Besonders häufig berichten Frauen von dieser Erfahrung. Schmerzen, chronische Erschöpfung oder diffuse Symptome werden mit Stress, hormonellen Schwankungen oder emotionaler Belastung erklärt, bevor organische Ursachen ausreichend geprüft wurden. Die Folge ist nicht nur eine mögliche Verzögerung von Diagnosen, sondern auch ein schleichender Verlust an Vertrauen – in das Gesundheitssystem und in den eigenen Körper. Medical Gaslighting ist deshalb nicht nur ein Kommunikationsproblem, sondern berührt grundlegende Fragen von Würde, Glaubwürdigkeit und Gleichbehandlung in der medizinischen Versorgung.
Der leise Bruch im Behandlungszimmer!
Manchmal ist es kein harter Satz, der verletzt, sondern die Art, wie er gesagt wird. Eine Frau sitzt im Sprechzimmer und spricht über Dinge, die sich längst nicht mehr in einem Nebensatz erledigen lassen.
Es geht nicht um „ein bisschen Unwohlsein“, sondern um Schmerzen, die den Tagesablauf zerlegen, und um eine Erschöpfung, die sich wie ein permanenter Energiemangel anfühlt, gegen den Disziplin nicht ankommt.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin






