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Wenn Nahrung plötzlich Verantwortung trägt – Fisch, Blutfette und die stille Sehnsucht nach einem Körper, der wieder mitarbeitet

Manchmal beginnt alles mit einem unscheinbaren Satz. Einem Satz, der sachlich klingt, beinahe beiläufig. „Ihre Cholesterinwerte sind erhöht.“ Oder: „Die Triglyceride liegen über dem Normbereich.“ Worte, die im ersten Moment wenig Gefühl transportieren, aber im Inneren etwas verschieben.

Grafik mit Farbverlauf-Hintergrund: Titel „Fisch bei hohen Blutfetten“, Untertitel „Welche Arten wirklich Omega-3 liefern, welche Zubereitungen schaden“. Unten links eine schwarze Fisch-Silhouette, rechts daneben drei schwarze Wellenlinien. Signatur „visite-medizin.de“ unten mittig.
Fisch bei hohen Blutfetten – Welche Arten wirklich Omega-3 liefern, welche Zubereitungen schaden (visite-medizin.de).

Als hätte jemand leise an einer Schraube gedreht, die bis dahin fest saß. Nichts tut weh. Nichts fühlt sich akut krank an. Und doch verändert sich der Blick auf den eigenen Körper. 

Plötzlich wird er nicht mehr nur als verlässlicher Begleiter wahrgenommen, sondern als etwas, das Hinweise gibt. Signale sendet. Warnlampen einschaltet, lange bevor etwas spürbar zerbricht.

In dieser Phase taucht häufig eine neue Form von Wachsamkeit auf. Menschen beginnen, Etiketten zu lesen. Sie googeln. Sie vergleichen. Sie versuchen, aus abstrakten Zahlen konkrete Handlungen abzuleiten. Was darf ich noch essen? Was sollte ich meiden? Was hilft wirklich? Was ist nur Mythos?

Und fast immer fällt ein Satz, der wie ein beruhigendes Mantra durch Gespräche mit Ärzten, Bekannten und Medien wandert: Essen Sie mehr Fisch.

Dieser Satz klingt einfach. Klar. Überschaubar. Und genau darin liegt seine Tücke. Denn er vermittelt Sicherheit, wo in Wahrheit Differenzierung nötig wäre. Er suggeriert eine Eindeutigkeit, die es so nicht gibt. Er klingt nach Lösung, obwohl er eigentlich erst eine neue Frage öffnet.

Welcher Fisch?

Wie viel Fisch?

In welcher Form?

Und vor allem: Was bedeutet „mehr Fisch“ eigentlich für einen Körper, der bereits signalisiert, dass sein Fettstoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten ist?

Wenn „gesund“ kein Etikett mehr ist, sondern ein brüchiges Versprechen

Viele Menschen sind mit klaren Bildern aufgewachsen. Fisch ist gesund. Fleisch ist schwer. Gemüse ist gut. Süßes ist schlecht. Diese Kategorien sind tief in uns verankert. Sie strukturieren unseren Alltag. Sie geben Halt. Sie vereinfachen eine Wirklichkeit, die in Wahrheit kompliziert ist.

Solange man sich gesund fühlt, funktionieren diese Vereinfachungen erstaunlich gut. Man isst, was man mag. Man greift zu dem, was vertraut ist. Ernährung ist Teil des Lebens, aber selten Zentrum.

Doch wenn Blutwerte auffällig werden, verlieren diese Schubladen ihre Zuverlässigkeit. Plötzlich reicht es nicht mehr zu wissen, dass Fisch „gesund“ ist. Plötzlich entsteht der Wunsch nach Präzision. Nach Sicherheit. Nach einem Verständnis dafür, was im Körper tatsächlich passiert.

Und genau hier beginnt ein leiser, oft anstrengender Lernprozess.

Fisch ist kein einheitliches Lebensmittel. Er ist kein homogenes Objekt mit festem Nährwertprofil. Fisch ist eine riesige Gruppe unterschiedlichster Tiere mit völlig verschiedenen Fettgehalten, Fettsäurezusammensetzungen, Lebensweisen und Verarbeitungswegen.

Zwischen einem naturbelassenen Stück Lachs und einem panierten Fischstäbchen liegen Welten. Biochemisch. Stoffwechselphysiologisch. Und letztlich auch gesundheitlich.

Der Körper reagiert nicht auf das Wort „Fisch“. Er reagiert auf Moleküle. Auf Fettsäuren. Auf Strukturen. Auf das, was tatsächlich in die Zellen gelangt.

Der Moment, in dem Fett aufhört, ein Feind zu sein

Für viele Menschen mit erhöhten Blutfettwerten ist die größte gedankliche Hürde nicht der Fisch, sondern das Fett.

Fett war jahrzehntelang der Hauptschuldige. Fett machte dick. Fett machte krank. Fett verstopfte angeblich die Gefäße wie ein zäher Schlamm.

Dieses Bild sitzt tief. Es ist emotional. Es ist einfach. Und es ist in dieser Pauschalität falsch.

Heute weiß man: Fett ist nicht gleich Fett.

Manche Fettsäuren wirken im Körper entzündungsfördernd, andere entzündungshemmend. Manche erhöhen bestimmte Cholesterinfraktionen, andere senken sie. Manche destabilisieren Stoffwechselprozesse, andere unterstützen sie.

Das Problem ist nicht Fett an sich. Das Problem ist die Art des Fettes.

Diese Erkenntnis verändert alles. Sie verschiebt die Frage von „Wie wenig Fett esse ich?“ hin zu „Welches Fett bekommt mein Körper?“

Und genau an diesem Punkt kommt Fisch wieder ins Spiel.

Omega-3-Fettsäuren – kein Wunder, aber ein stiller Verbündeter

Omega-3-Fettsäuren sind keine Magie. Sie reparieren keine zerstörten Gefäße. Sie lösen keine Plaques auf. Sie heilen keine Stoffwechselerkrankung.

Aber sie beeinflussen Prozesse, die darüber entscheiden, wie schnell oder wie langsam sich Schäden entwickeln.

Sie senken bei vielen Menschen die Triglyceride. Sie wirken entzündungshemmend. Sie beeinflussen die Fließeigenschaften des Blutes. Sie tragen dazu bei, dass Gefäßwände elastischer bleiben. Sie modulieren Botenstoffe, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind.

Man könnte sagen: Omega-3-Fettsäuren arbeiten leise. Sie schreien nicht. Sie erzeugen kein spürbares Gefühl. Man merkt nicht, wenn sie wirken. Und genau deshalb werden sie oft unterschätzt.

Für Menschen mit erhöhten Blutfettwerten sind sie dennoch von großer Bedeutung. Nicht als alleinige Lösung. Sondern als Teil eines größeren Puzzles.

Fettreiche Kaltwasserfische speichern diese Fettsäuren in relevanten Mengen. Dazu gehören unter anderem Lachs, Makrele, Hering, Sardinen, Forellen, Saiblinge, kleinere Kaltwasserarten, Sprotten oder Sardellen. Auch Thunfisch kann Omega-3 liefern, sofern er naturbelassen ist.

Diese Fische liefern Fett. Aber sie liefern ein Fett, das im Körper anders „gelesen“ wird als viele der Fette, die aus stark verarbeiteten Lebensmitteln stammen.

Welche Fische bei erhöhten Blutfettwerten besonders empfehlenswert sind

Wenn das Ziel ist, die günstigen Effekte von Omega-3-Fettsäuren tatsächlich zu nutzen, lohnt es sich, nicht irgendeinen Fisch zu wählen, sondern jene Arten, die von Natur aus ein besonders vorteilhaftes Fettsäureprofil mitbringen. Diese Fische liefern nicht einfach „Fett“, sondern ein Fett, das im Körper anders wirkt: eher dämpfend statt anfeuernd, eher stabilisierend statt belastend. Sie können Triglyceride senken, entzündliche Prozesse abschwächen und die Gefäße dabei unterstützen, elastischer zu bleiben.

Lachs, Makrele, Hering, Sardinen, Forelle, Saibling, Sardellen und andere kleine, fettreiche Kaltwasserfische gehören zu den typischen Vertretern dieser Gruppe. Auch Sprotten und naturbelassener Thunfisch können dazu zählen, wenn sie nicht in zusätzlichem Öl konserviert wurden. Entscheidend ist weniger der Name auf der Verpackung als die biologische Grundidee: Ein Fisch, der Omega-3 in relevanter Menge liefert, ist in diesem Kontext mehr als nur „leichtes Essen“, sondern eine langfristige Stoffwechselunterstützung.

Wenn dieselbe Speise gleichzeitig helfen und schaden kann

Eine der unangenehmsten Wahrheiten im Bereich Ernährung ist diese: Dass ein und dasselbe Lebensmittel je nach Kontext völlig unterschiedliche Wirkungen entfalten kann.

Ein Stück Lachs, schonend gegart, begleitet von Gemüse, enthält ein völlig anderes Stoffwechselpaket als ein paniertes Fischfilet, frittiert in reichlich Öl, serviert mit Pommes.

Beides ist Fisch. Und doch haben beide Mahlzeiten kaum etwas miteinander gemeinsam.

Für Menschen mit erhöhten Blutfettwerten ist diese Erkenntnis oft schmerzhaft. Denn sie bedeutet, dass man sich nicht mehr auf grobe Kategorien verlassen kann. Man muss hinschauen. Unterscheiden. Nachfragen. Lesen.

Das kostet Energie. Gerade dann, wenn man sich ohnehin vielleicht schon müde fühlt, verunsichert, überfordert.

Hier entsteht oft ein innerer Widerstand. Eine leise Wut. Warum muss das alles so kompliziert sein? Diese Wut ist verständlich. Und sie darf da sein.

Wenn Fisch sein gesundes Gesicht verliert

Nicht alle Fischarten bringen automatisch viele Omega-3-Fettsäuren mit. Manche Zuchtfische wie Tilapia oder Pangasius enthalten vergleichsweise wenig davon. Ihre Fettsäurezusammensetzung hängt stark vom Futter ab, das sie erhalten. Und dieses Futter ist häufig auf schnelles Wachstum ausgelegt, nicht auf ernährungsphysiologische Qualität.

Hinzu kommt die industrielle Verarbeitung.

Panieren, Vorfrittieren, Tiefkühlen, Aromatisieren – all diese Schritte verändern ein Lebensmittel fundamental. Sie fügen Fette hinzu, die der Fisch ursprünglich nicht enthielt. Häufig gesättigte Fettsäuren. Teilweise auch Transfette.

Das Endprodukt enthält dann zwar noch Fisch. Aber der Fisch ist eingebettet in eine Fettmatrix, die für den Stoffwechsel ungünstig ist.

So entsteht die paradoxe Situation, dass jemand „mehr Fisch“ isst – und sich die Blutfettwerte dennoch verschlechtern können.

Nicht, weil Fisch schlecht wäre. Sondern weil der Weg, über den er konsumiert wird, den ursprünglichen Vorteil neutralisiert oder sogar umkehrt.

Auch das Meer ist kein Paradies

Ein weiterer Gedanke, der viele Menschen verunsichert, betrifft Schadstoffe.

Große Raubfische stehen am Ende der Nahrungskette. Sie fressen kleinere Fische, die wiederum noch kleinere fressen. Auf diesem Weg reichern sich Schwermetalle wie Quecksilber an.

Das bedeutet nicht, dass Fisch grundsätzlich gefährlich ist. Aber es bedeutet, dass die Auswahl eine Rolle spielt, besonders wenn Fisch regelmäßig gegessen werden soll.

Kleinere, kurzlebige Fischarten tragen in der Regel eine geringere Schadstofflast. Und zufälligerweise gehören viele von ihnen genau zu jenen Arten, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind.

Auch hier zeigt sich: Biologie ist selten elegant. Aber manchmal ist sie konsequent.

Zubereitung als stille Stellschraube

Viele Menschen unterschätzen, wie stark die Zubereitung eines Lebensmittels dessen Wirkung beeinflusst.

Ein Fisch, der gedünstet, gebacken oder im Ofen gegart wird, behält sein ursprüngliches Fettsäureprofil weitgehend. Ein Fisch, der in reichlich Fett gebraten oder frittiert wird, nimmt zusätzliches Fett auf. Dieses Fett stammt meist aus Ölen oder Fetten, die ein anderes Profil haben als der Fisch selbst.

So verschiebt sich die Balance.

Es geht dabei nicht um Perfektion. Nicht um Verbote. Nicht um kulinarische Askese.

Es geht um Tendenzen.

Eine kleine Veränderung in der Zubereitung kann langfristig mehr bewirken als große theoretische Vorsätze.

Zwischen Kontrolle und Ermüdung – wenn Ernährung zur dauernden inneren Aufgabe wird

Mit erhöhten Blutfettwerten zu leben bedeutet für viele Menschen nicht nur, bestimmte Zahlen zu kennen. Es bedeutet, sich fortan ständig in einem inneren Spannungsfeld zu bewegen. Auf der einen Seite steht der Wunsch nach Kontrolle. Nach Einfluss. Nach dem Gefühl, nicht ausgeliefert zu sein. Auf der anderen Seite wächst mit jeder Empfehlung, mit jeder neuen Information, mit jedem Artikel auch eine stille Ermüdung. Denn je genauer man hinschaut, desto deutlicher wird: Es gibt keine einfache Stellschraube. Keine einzelne Maßnahme, die alles richtet. Kein Lebensmittel, das allein Verantwortung tragen kann.

Ernährung wird damit zu etwas, das über den Teller hinausreicht. Sie wird zu einem permanenten Denkprozess. Zu einer Abfolge kleiner Entscheidungen, die sich über Tage, Wochen und Jahre hinweg summieren. Diese Daueraufmerksamkeit kann belasten. Sie kann das Gefühl erzeugen, ständig aufpassen zu müssen. Immer wieder Entscheidungen treffen zu müssen, die früher automatisch waren. Und genau hier entsteht ein innerer Druck, der oft größer ist als die eigentliche medizinische Problematik.

Viele Betroffene beschreiben dieses Gefühl nicht als Angst im klassischen Sinne, sondern als eine Art leise Anspannung. Ein Hintergrundrauschen. Die Blutwerte sind nicht lebensbedrohlich entgleist – aber sie sind auch nicht mehr unauffällig. Man bewegt sich in einem Zwischenraum. Und dieser Zwischenraum ist psychologisch anspruchsvoll, weil er weder akuten Handlungszwang noch vollständige Entwarnung bietet.

In dieser Situation wird der Satz „Essen Sie mehr Fisch“ häufig wie ein Rettungsanker aufgenommen. Endlich etwas Konkretes. Endlich etwas, das man tun kann. Doch je tiefer man sich mit dem Thema beschäftigt, desto deutlicher wird, dass selbst diese scheinbar einfache Empfehlung vielschichtig ist. Dass sie nicht als isolierte Maßnahme funktioniert, sondern nur im Zusammenspiel mit vielen anderen Faktoren ihre Wirkung entfalten kann.

Wenn Ernährung nicht isoliert wirkt, sondern immer im System

Der menschliche Fettstoffwechsel ist kein einzelner Schalter, den man umlegt. Er ist ein komplexes Netzwerk aus Leberfunktion, Hormonregulation, Enzymaktivität, genetischer Veranlagung, Darmgesundheit, Bewegungsmuster, Stressniveau und Ernährungszusammensetzung. Jede Veränderung in einem Bereich beeinflusst andere Bereiche.

Das bedeutet: Auch der beste Fisch der Welt wirkt nicht im luftleeren Raum. Seine Omega-3-Fettsäuren entfalten ihre günstigen Effekte innerhalb dieses Systems. Sie können Prozesse modulieren. Sie können dämpfen, stabilisieren, unterstützen. Aber sie können nicht kompensieren, was an anderer Stelle dauerhaft gegenläufig wirkt.

Diese Erkenntnis ist ambivalent. Einerseits nimmt sie dem einzelnen Lebensmittel den überhöhten Erwartungsdruck. Andererseits kann sie ernüchternd sein, weil sie deutlich macht, dass Gesundheit kein Produkt einer einzigen Entscheidung ist, sondern das Ergebnis vieler kleiner Stellschrauben.

Gerade hier liegt jedoch auch eine stille Entlastung. Denn wenn kein einzelner Faktor alles entscheidet, bedeutet das zugleich, dass auch einzelne „unperfekte“ Mahlzeiten nicht alles ruinieren. Der Stoffwechsel reagiert auf Muster, nicht auf Ausrutscher.

Für Menschen mit erhöhten Blutfettwerten kann dieser Perspektivwechsel entscheidend sein: Weg von der Suche nach der perfekten Maßnahme. Hin zu der Frage, welche Tendenzen im eigenen Alltag überwiegen.

Fisch als Baustein – nicht als Heilversprechen

In diesem größeren Zusammenhang lässt sich die Rolle von Fisch realistischer einordnen. Fisch ist kein therapeutisches Instrument im engeren Sinne. Er ersetzt keine medikamentöse Therapie, wenn diese notwendig ist. Er verhindert keine genetisch bedingten Stoffwechselstörungen. Er hebt nicht automatisch schlechte Gesamtgewohnheiten auf.

Aber Fisch – insbesondere omega-3-reiche Arten – kann ein biologisch sinnvoller Baustein sein. Ein Baustein, der auf mehreren Ebenen gleichzeitig ansetzt: bei Entzündungsprozessen, bei Triglyceriden, bei Gefäßfunktion, bei Zellmembranen.

Seine Stärke liegt nicht in einem spektakulären Soforteffekt, sondern in seiner leisen, langfristigen Wirkung. Genau das macht ihn für viele Menschen schwer greifbar. Man spürt nicht, dass Omega-3-Fettsäuren arbeiten. Man merkt nicht, wie sich Membranfluidität verändert. Man fühlt nicht, wenn entzündliche Signalwege leicht gedämpft werden.

Und doch laufen diese Prozesse ab.

Wer sich für geeignete Fischarten entscheidet und sie regelmäßig, in einer günstigen Zubereitung, in seinen Alltag integriert, investiert in langfristige Stoffwechselbedingungen. Nicht als Garantie, nicht als Schutzschild, sondern als realistische Unterstützung.

Fischarten mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren

Weniger empfehlenswert sind Fischarten mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fetten oder solche, die üblicherweise frittiert oder in viel Fett zubereitet werden. Auch fettere Fischarten können einen höheren Gehalt an gesättigten Fetten aufweisen, was bei einer Ernährung zur Senkung der Blutfettwerte weniger vorteilhaft sein kann.

Fischarten, die vermieden werden sollten:

  • Zuchtfische wie Tilapia und Pangasius: Diese Fische enthalten oft weniger Omega-3-Fettsäuren und können je nach Zuchtmethode mehr ungesunde Fette oder Schadstoffe enthalten.
  • Hochseefische wie Hai, Schwertfisch und Königsmakrele: Sie können hohe Mengen an Quecksilber enthalten, was besonders für Schwangere und Kinder ein Risiko darstellt.
  • Verarbeitete Fischprodukte: Dazu gehören Fischstäbchen, Fischburger und ähnliche Produkte, die oft reich an gesättigten Fetten und Transfetten sind.
    In Öl eingelegter Fisch: Obwohl einige dieser Produkte gesunde Fischarten enthalten können, erhöht das Einlegen in Öl den Gesamtfettgehalt, was bei einer Diät zur Senkung der Blutfettwerte nicht ideal ist.

Die stille Bedeutung von Regelmäßigkeit

Ein zentrales Missverständnis im Umgang mit Ernährung ist die Vorstellung, einzelne Mahlzeiten hätten eine enorme Hebelwirkung. In Wahrheit entsteht Wirkung vor allem durch Wiederholung.

Ein Fischgericht pro Monat verändert wenig. Zwei bis drei geeignete Fischmahlzeiten pro Woche über Monate hinweg können hingegen messbare Effekte haben. Nicht zwingend dramatisch. Aber relevant.

Diese Langsamkeit widerspricht unserer heutigen Erwartungskultur. Wir sind an schnelle Rückmeldungen gewöhnt. Der Stoffwechsel funktioniert anders. Er arbeitet in Zeiträumen, die sich eher in Monaten als in Tagen messen.

Wenn sich Werte nicht sofort verbessern, bedeutet das nicht, dass Bemühungen wirkungslos sind. Es bedeutet oft nur, dass biologische Prozesse ihre eigene Geschwindigkeit haben.

Wenn Angehörige Teil des Prozesses werden

Erhöhte Blutfettwerte betreffen selten nur eine einzelne Person. Sie wirken sich auf Partnerschaften, Familien, gemeinsame Mahlzeiten aus. Oft entstehen unausgesprochene Dynamiken: Der Wunsch, zu unterstützen. Die Angst, zu bevormunden. Das Bedürfnis, Rücksicht zu nehmen, ohne ständig daran erinnert zu werden, dass etwas „nicht stimmt“.

In diesem Kontext kann Fisch zu einem gemeinsamen Nenner werden. Nicht als medizinisches Symbol, sondern als Bestandteil einer gemeinsamen Esskultur. Ein gemeinsames Kochen. Ein gemeinsames Umdenken bei der Zubereitung. Eine allmähliche Verschiebung im Speiseplan.

Wenn Veränderung nicht als individuelles Projekt erlebt wird, sondern als gemeinsamer Prozess, verliert sie oft ihren bedrohlichen Charakter. Sie wird weniger zu einer Reaktion auf Krankheit, sondern mehr zu einer Entwicklung von Gewohnheiten.

Der Körper als Gesprächspartner, nicht als Gegner

Viele Menschen interpretieren auffällige Blutwerte unbewusst als persönliches Versagen. Als Beweis dafür, etwas falsch gemacht zu haben. Diese innere Erzählung ist weit verbreitet – und selten hilfreich.

Der Körper ist kein moralisches System. Er bewertet nicht. Er reagiert. Auf genetische Programme. Auf Umweltbedingungen. Auf Belastungen. Auf Mangel. Auf Überfluss.

Erhöhte Blutfettwerte sind deshalb weniger ein Urteil als eine Information. Eine Information darüber, dass bestimmte Stoffwechselwege unter den aktuellen Bedingungen nicht optimal laufen.

Diese Sichtweise eröffnet eine andere Haltung. Weg von Schuld. Hin zu Beobachtung. Hin zu vorsichtigen Anpassungen.

Fisch wird in diesem Kontext nicht zum „Pflichtlebensmittel“, sondern zu einer Option. Zu einer Möglichkeit, dem Körper andere Rohstoffe anzubieten als bisher.

Wenn man beginnt, leise anders zu handeln

Oft beginnen nachhaltige Veränderungen nicht mit großen Umbrüchen, sondern mit kleinen Verschiebungen. Ein anderes Produkt im Einkaufswagen. Eine andere Zubereitungsart. Eine andere Routine.

Diese Verschiebungen wirken unspektakulär. Sie fühlen sich nicht heroisch an. Aber sie sind real.

Wer statt paniertem Fisch häufiger naturbelassenen, omega-3-reichen Fisch wählt, verändert über Zeit sein Fettsäuremuster. Wer weniger industriell verarbeitete Produkte konsumiert, reduziert gleichzeitig ungünstige Begleitstoffe. Wer häufiger selbst zubereitet, gewinnt Kontrolle über Zutaten, ohne zwangsläufig alles kontrollieren zu müssen.

Das sind keine Revolutionen. Aber es sind Bewegungen. Und Bewegungen verändern Muster.

Kein perfekter Weg, aber ein eigener

Es gibt keinen idealen Ernährungsplan, der für alle Menschen mit erhöhten Blutfettwerten gleichermaßen gilt. Was für den einen gut funktioniert, passt für den anderen vielleicht nicht.

Manche mögen Fisch. Andere nicht. Manche vertragen fettreichen Fisch gut. Andere bekommen Beschwerden.

Wichtig ist nicht, ein theoretisches Optimum zu erreichen. Wichtig ist, einen Weg zu finden, der im eigenen Leben praktikabel ist – und der nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag Bestand hat.

Ein Fazit, das kein Schlussstrich sein will

Fisch ist kein Allheilmittel. Er ist kein Ersatz für medizinische Betreuung. Er ist keine Garantie für gesunde Gefäße. Und er ist auch kein Betrug.

Er ist ein Lebensmittel mit einem besonderen biologischen Profil, das bei Menschen mit erhöhten Blutfettwerten sinnvoll genutzt werden kann, wenn Art, Qualität und Zubereitung stimmen.

Sein größter Wert liegt nicht in einem Versprechen, sondern in einem Potenzial. Nicht in spektakulären Soforteffekten, sondern in langfristigen Rahmenbedingungen.

Vielleicht ist das die ehrlichste Art, über Ernährung zu sprechen: nicht in Kategorien von Wundermitteln oder Verboten, sondern in Begriffen von Wahrscheinlichkeiten, Tendenzen, günstigen Bedingungen.

Gesundheit entsteht selten durch eine einzelne große Entscheidung. Sie entsteht durch viele kleine, oft unsichtbare Anpassungen, die sich langsam addieren.

Still. Unaufgeregt. Und dennoch bedeutsam.

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