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Forscher des UT Southwestern Medical Centers haben einen vielversprechenden neuen Ansatz zur Behandlung von Colitis ulcerosa entwickelt. Diese chronische Erkrankung des Dickdarms ist durch eine überaktive Immunreaktion gegen die eigenen Darmzellen gekennzeichnet. Traditionelle Behandlungen umfassen systemische Immunsuppressiva, die jedoch langfristige gesundheitliche Komplikationen wie ein erhöhtes Infektions- und Krebsrisiko mit sich bringen. Die neue Studie nutzt Mechanismen, die Krebszellen anwenden, um das Immunsystem zu umgehen und so gezielt die schädliche Immunaktivität bei Colitis ulcerosa zu unterdrücken.

Der bioengineerierte Ansatz

Der innovative Ansatz, den die Forscher um Dr. Andrew Wang entwickelt haben, basiert auf einer faszinierenden Idee: Sie nutzen Strategien, die von Krebszellen angewendet werden, um das Immunsystem zu unterdrücken und ihre eigene Zerstörung zu vermeiden. Diese Techniken, die normalerweise bösartige Tumore vor dem Immunsystem schützen, wurden nun umgewandelt, um bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie Colitis ulcerosa nützlich zu sein.

Die Forscher verwendeten eine gut etablierte Mausmodell für Colitis ulcerosa, das die schwere intestinale Entzündung und Schädigung nachahmt, die auch bei menschlichen Patienten beobachtet wird. Die Injektionen, die den Mäusen verabreicht wurden, bestanden aus einer Kombination von Kolonzellen und der extrazellulären Matrix, die typischerweise diese Zellen umgibt. Diese Matrix ist entscheidend, da sie die Umgebung simuliert, die normalerweise bei Colitis ulcerosa angegriffen wird.

Zusätzlich zu den Kolonzellen und der Matrix beinhaltete die Behandlung polymere Nanofasern, die chemisch so modifiziert wurden, dass sie verschiedene Proteine und andere Moleküle tragen, die von Krebszellen zur Unterdrückung der Immunaktivität verwendet werden. Diese Nanofasern sind in der Lage, spezifische Proteine zu transportieren, die die überaktive Immunantwort im Darm gezielt reduzieren können, ohne die allgemeine Immunfunktion im gesamten Körper zu beeinträchtigen.

Das Ergebnis dieser Behandlung war bemerkenswert: Innerhalb von sieben Tagen nach der Injektion war die Darmschleimhaut der Mäuse vollständig geheilt. Die behandelten Mäuse zeigten signifikant reduzierte Symptome wie Durchfall, rektale Blutungen, Gewichtsverlust und die durch Entzündungen bedingte Verkürzung des Darms. Eine detaillierte Gewebeanalyse zeigte, dass diese Behandlung nicht nur die Symptome linderte, sondern auch die Infiltration von Immunzellen in die Darmwand und die Konzentration von Entzündungsmolekülen verringerte.

Besonders bemerkenswert war, dass die Behandlung auch die Anzahl der krebsartigen Darmtumoren um 60% reduzierte. Dies ist eine bedeutende Entwicklung, da Patienten mit Colitis ulcerosa ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben. Die gezielte Wirkung der Behandlung beschränkte sich auf die Immunaktivität gegen den Darm, ohne die allgemeine Immunität im Körper zu unterdrücken. Dies ist von großer Bedeutung, da eine systemische Immunsuppression schwerwiegende Nebenwirkungen wie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen und andere Krankheiten zur Folge haben kann.

Phase der Studie und zukünftige Perspektiven

Die aktuelle Studie befindet sich in einer präklinischen Phase, wobei die bisherigen Ergebnisse aus Tierversuchen mit Mausmodellen stammen. Diese präklinischen Ergebnisse sind vielversprechend, jedoch sind weitere Forschungen und klinische Studien erforderlich, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie beim Menschen zu bestätigen. Das Forscherteam plant, diesen Ansatz weiter zu entwickeln und hat bereits ein Patent angemeldet, um diese Strategie in klinische Studien zu überführen. Diese zukünftigen Studien werden entscheidend sein, um die potenziellen Vorteile und Risiken der Therapie bei menschlichen Patienten zu bewerten.

Fazit

Der bioengineerierte Therapieansatz des UT Southwestern Medical Centers bietet neue Hoffnung für Patienten mit Colitis ulcerosa. Durch die gezielte Unterdrückung der schädlichen Immunaktivität im Darm ohne die allgemeine Immunität zu beeinträchtigen, könnten diese Injektionen eine sichere und effektive Behandlungsoption darstellen. Zukünftige klinische Studien werden zeigen, ob diese vielversprechenden Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind.

Quellen

 

 
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