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Viele Menschen, die sich heute als PostVac-Betroffene bezeichnen, berichten nicht von einem plötzlichen Zusammenbruch ihres Gesundheitszustandes, sondern von einer langsamen, schwer greifbaren Veränderung. Gemeint sind dabei Beschwerden, die Betroffene im zeitlichen Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung erlebt haben, ohne dass damit automatisch eine eindeutige Ursache bewiesen wäre. 

PostVac nach Covid-Impfung – Frau (ca. 35) als schwarze Silhouette, erschöpft auf hartem Stein sitzend, links positioniert; rechts Titel und Untertitel in weißer serifenloser Schrift; Signatur visite-medizin.de.
PostVac nach Covid-Impfung – Wenn der Körper fremd wird und niemand sagen kann, warum

Es ist kein einzelnes Ereignis, das sich scharf vom Davor abgrenzt, sondern eher ein schleichendes Verschieben des inneren Gleichgewichts. Der Körper fühlt sich anders an, ohne dass dieses Anderssein sofort eine klare Form annimmt. Am Anfang stehen häufig Empfindungen, die man kennt, die man einordnen kann, die man aus anderen Lebensphasen schon erlebt hat: Müdigkeit, Erschöpfung, ein diffuser Druck im Kopf, gelegentlicher Schwindel, innere Unruhe. Nichts davon wirkt zunächst außergewöhnlich. Nichts davon zwingt zum sofortigen Handeln.

Gerade deshalb schenken viele diesen Veränderungen anfangs wenig Aufmerksamkeit. Man erklärt sie sich mit Stress, mit Schlafmangel, mit Belastung. Man geht davon aus, dass der Körper sich, wie so oft zuvor, selbst regulieren wird. Dieses Vertrauen in die eigene körperliche Anpassungsfähigkeit ist tief verankert. Es gehört zu den stillen Grundannahmen des Alltags. Erst wenn sich der Zustand nicht zurückbildet, sondern über Wochen bestehen bleibt oder sich sogar verstärkt, beginnt sich dieses Vertrauen langsam zu lockern.

Wenn das Körpergefühl nicht mehr vertraut ist

Mit der Zeit beschreiben viele Betroffene, dass nicht nur einzelne Beschwerden auftauchen, sondern dass sich etwas Grundsätzlicheres verschiebt: das Gefühl, im eigenen Körper zu Hause zu sein. Es ist, als würde das innere Maß, an dem man sich jahrzehntelang orientiert hat, nicht mehr zuverlässig funktionieren. Früher war da ein stilles Wissen: Was ist Anstrengung, was ist normaler Muskelkater, was ist Erholung, was ist „zu viel“. Dieses Wissen wirkt plötzlich unscharf. Der Körper antwortet anders, manchmal schneller, manchmal härter, manchmal ohne nachvollziehbaren Grund. Und genau diese Unzuverlässigkeit ist es, die viele so tief verunsichert, weil sie nicht nur eine Funktion betrifft, sondern das Fundament des Alltags.

Viele erzählen, dass der Körper weniger belastbar wirkt, nicht auf die dramatische Weise eines klaren Zusammenbruchs, sondern wie eine schleichende Abnahme der Reserve. Kleine Tätigkeiten, die früher nebenbei liefen, verlangen plötzlich Aufmerksamkeit und Kraft. Treppen, Einkäufe, längere Gespräche, ein Arbeitstag mit Konzentration, ein Termin, bei dem man „funktionieren“ muss – all das fühlt sich an, als hätte es einen höheren Preis. Und dieser Preis wird nicht immer sofort gezahlt. Manchmal kommt er erst danach. Als würde der Körper die Rechnung verzögert ausstellen. Das macht Planen schwierig, weil man nicht mehr nur einschätzen muss, ob etwas jetzt geht, sondern ob es später zurückschlägt.

Hinzu kommt häufig eine Erschöpfung, die sich nicht wie normale Müdigkeit anfühlt. Viele Betroffene beschreiben sie als etwas Tieferes, als eine Art Grundmangel an Energie, der nicht durch eine Nacht Schlaf repariert wird. Man kann schlafen, manchmal sogar lange, und wacht trotzdem auf, als hätte der Körper keine Erholung angenommen. Das ist für viele ein besonders bitterer Punkt, weil Schlaf normalerweise der letzte sichere Ort der Regeneration ist. Wenn auch der Schlaf seine verlässliche Wirkung verliert, entsteht das Gefühl, dass es keinen „Reset“ mehr gibt. Der Tag beginnt nicht mit einem Neuanfang, sondern mit einem Weitertragen.

Diese Erschöpfung ist zudem schwer zu kommunizieren, weil sie nicht nur in den Muskeln sitzt. Sie betrifft auch das Denken. Konzentration wird brüchiger. Man liest denselben Satz mehrmals und merkt, dass er nicht hängen bleibt. Man sucht Wörter, die früher selbstverständlich da waren. Gedankengänge fühlen sich langsamer an, als würde etwas im Kopf nicht mehr flüssig laufen. Manche sprechen von einem „Nebel“, und dieses Bild trifft oft deshalb, weil Nebel nicht nur Sicht nimmt, sondern auch Orientierung. Man ist noch da, man ist noch man selbst – aber der Zugriff auf Klarheit ist weniger zuverlässig. Für Außenstehende ist das schwer zu sehen, für Betroffene ist es oft schwer zu ertragen, weil es das eigene Selbstbild berührt.

Gleichzeitig berichten viele, dass Reize anders ankommen. Geräusche wirken lauter, nicht nur unangenehm, sondern manchmal regelrecht überfordernd. Licht kann greller erscheinen, als hätte der Körper seine Filter verloren. Berührungen können irritieren, weil sie sich anders anfühlen als früher: zu intensiv, zu hart, zu nah. Manche erleben den eigenen Körper insgesamt empfindlicher, als hätte sich die Reizschwelle verschoben. Das ist nicht einfach „Sensibilität“ im psychologischen Sinne, sondern oft ein ganz körperliches Alarmgefühl, als stünde das System auf einer höheren Grundspannung. Und wenn der Körper ständig ein Stück weit „wachsam“ ist, erschöpft das zusätzlich – nicht nur physisch, sondern auch innerlich.

Was viele dabei besonders verunsichert, ist die Unberechenbarkeit dieses Zustandes. Es gibt gute Tage und schlechte Tage, ohne dass sich immer ein klares Muster erkennen lässt. Manche wachen auf und merken schon beim ersten Aufstehen: Heute geht mehr. An anderen Tagen spüren sie bereits morgens, dass alles schwerer ist, als hätte der Körper in der Nacht Kraft verloren statt gewonnen. Oft fehlt der eindeutige Auslöser. Man will verstehen, man will eine Regel finden, weil Regeln Sicherheit geben. Doch gerade dieses „Heute so, morgen anders“ kann sich anfühlen, als würde der eigene Körper nicht mehr nach einem nachvollziehbaren Plan funktionieren.

Diese Unsicherheit verändert das Verhalten. Viele beginnen, den Körper ständig zu scannen. Nicht aus Hypochondrie, sondern aus Selbstschutz. Man achtet stärker auf Herzklopfen, auf Schwindel, auf das innere Maß an Energie. Man überlegt, ob man etwas absagen sollte, bevor es zu spät ist. Man denkt in Reserven. Man kalkuliert Pausen, bevor man überhaupt weiß, ob man sie brauchen wird. Das Leben wird dadurch vorsichtiger, nicht weil man vorsichtig sein will, sondern weil man gelernt hat, dass Überschreiten von Grenzen Folgen haben kann, die man nicht mehr einfach „wegsteckt“.

Und in diesem Prozess verschiebt sich etwas Entscheidendes: Der Körper ist nicht mehr der stille Hintergrund, der einen trägt, sondern wird zum zentralen Bezugspunkt. Nicht, weil man ihn so wichtig nehmen möchte, sondern weil er es erzwingt. Der Alltag wird um Symptome herum gebaut, um Energie herum organisiert, um Unsicherheit herum geplant. Viele spüren dabei, wie sehr sie sich nach dem alten Selbstverständnis sehnen – nach dem Zustand, in dem der Körper nicht ständig im Mittelpunkt steht. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus dem tiefen Wunsch, wieder selbstverständlich leben zu dürfen, ohne sich permanent beobachten zu müssen.

Die Suche nach medizinischer Einordnung

Wenn sich dieser Zustand verfestigt, suchen die meisten Betroffenen ärztliche Hilfe. Dieser Schritt ist oft von Hoffnung getragen. Hoffnung auf eine Erklärung, auf einen Namen, auf eine Ursache. Häufig werden zunächst Basisuntersuchungen durchgeführt. Blutwerte werden kontrolliert, Organfunktionen überprüft, manchmal folgen bildgebende Verfahren oder kardiologische und neurologische Untersuchungen.

Nicht selten sind diese Befunde unauffällig oder zeigen nur geringe Abweichungen, die als nicht erklärend eingeschätzt werden. Medizinisch betrachtet ist das zunächst beruhigend. Für Betroffene ist es oft irritierend. Denn sie erleben ihren Körper als deutlich verändert. Zwischen dem subjektiven Erleben und den objektiven Befunden entsteht eine Kluft.

Diese Kluft ist schwer auszuhalten. Sie führt dazu, dass Betroffene sich innerlich fragen, ob sie sich täuschen, ob sie überempfindlich sind oder ob sie ihre Beschwerden nicht präzise genug schildern. Viele versuchen, ihre Symptome möglichst genau zu beschreiben, in der Hoffnung, dass jemand einen Zusammenhang erkennt. Gleichzeitig wächst mit jeder unauffälligen Untersuchung die Unsicherheit darüber, was eigentlich los ist.

Wenn körperliche Beschwerden psychisch erklärt werden

Bleiben klare organische Erklärungen aus, rückt in vielen Gesprächen die Frage nach seelischen Faktoren in den Vordergrund. Es wird nach Stress, nach Belastungen, nach Ängsten oder depressiver Stimmung gefragt. Diese Fragen sind grundsätzlich legitim, denn Körper und Psyche beeinflussen sich gegenseitig. Viele Betroffene erleben diese Wendung jedoch als problematisch.

Sie berichten häufig, dass sie ihre Situation so wahrnehmen, dass zuerst der Körper sich verändert hat und dass erst danach Sorgen, Angst oder Niedergeschlagenheit entstanden sind. Wenn ihnen nun gespiegelt wird, dass möglicherweise seelische Faktoren die Ursache seien, empfinden sie dies als Umkehrung ihrer eigenen Erfahrung. Das führt nicht selten zu dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

Dieses Gefühl ist nicht gleichzusetzen mit einer Ablehnung psychischer Aspekte. Vielmehr geht es um die Anerkennung der eigenen Chronologie. Für viele Betroffene ist es wichtig, dass gesehen wird: Die seelische Belastung ist eine Folge der körperlichen Veränderung, nicht zwangsläufig deren Ursprung.

Der schleichende Verlust von Selbstsicherheit

Wiederholte Erfahrungen, bei denen Beschwerden nicht eingeordnet werden können, hinterlassen Spuren. Viele Betroffene beginnen, an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. Gedanken wie „Vielleicht bilde ich mir das ein“ oder „Vielleicht bin ich einfach zu empfindlich“ tauchen auf. Diese Selbstzweifel entstehen nicht aus mangelnder Reflexion, sondern aus Erschöpfung.

Der Verlust von Selbstsicherheit ist besonders belastend, weil er einen zentralen inneren Halt betrifft. Wer seinem eigenen Empfinden nicht mehr traut, fühlt sich innerlich instabil. Man weiß nicht mehr, worauf man sich verlassen kann. Weder auf den Körper noch auf die eigene Einschätzung.

Ein Alltag unter Vorbehalt

Mit der Zeit passen viele Betroffene ihren Alltag an. Sie planen vorsichtiger. Sie überlegen, welche Aktivitäten sie sich zutrauen. Sie lassen sich mehr Zeit. Diese Anpassungen erfolgen oft schleichend und nicht als bewusste Entscheidung. Es ist der Versuch, mit begrenzter Energie möglichst gut auszukommen.

Diese veränderte Lebensweise geht häufig mit Traurigkeit einher. Nicht unbedingt mit lauter Verzweiflung, sondern mit einem stillen Bedauern über den Verlust von Selbstverständlichkeit. Man vermisst die frühere Spontaneität, die frühere Belastbarkeit, das frühere Vertrauen in den eigenen Körper.

Ärztliche Hilflosigkeit als Teil des Problems

Auch viele Ärzte erleben diese Situationen als schwierig. Sie sind darauf ausgebildet, anhand von Befunden Diagnosen zu stellen und Behandlungspläne zu entwickeln. Wenn Beschwerden nicht in bekannte Muster passen, entsteht Unsicherheit. Diese Unsicherheit kann sich unterschiedlich äußern, etwa in vorsichtigen Formulierungen oder in der Verlagerung auf psychische Erklärungsmodelle.

Für Betroffene fühlt sich diese Hilflosigkeit häufig wie Distanz oder Ablehnung an, auch wenn sie nicht so gemeint ist. Zwischen Arzt und Patient entsteht ein Raum, in dem beide Seiten nicht weiterwissen. Der entscheidende Unterschied ist, dass der Patient diesen Raum mit nach Hause nimmt.

Die zermürbende Suche nach jemandem, der weiter hinschaut

Für viele Betroffene endet der Weg nicht nach ein oder zwei Arztterminen. Er beginnt dort erst richtig. Was zunächst als Hoffnung auf Klärung startet, verwandelt sich für manche in eine lange Suche nach jemandem, der bereit ist, sich länger mit ihrem Fall zu beschäftigen. Nicht im Sinne eines schnellen Ausschlusses, sondern im Sinne eines echten Hinsehens, das die Komplexität aushält und nicht sofort in eine bequeme Erklärung flüchtet.

Diese Suche ist körperlich anstrengend und psychisch erschöpfend. Jeder neue Termin bedeutet Vorbereitung, Erklärung, Zusammenfassung der eigenen Geschichte. Man erzählt immer wieder dieselben Sätze. Man schildert immer wieder dieselben Beschwerden. Man versucht jedes Mal aufs Neue, die richtigen Worte zu finden, damit das eigene Erleben verständlich wird. Gleichzeitig schwingt bei vielen die Angst mit, wieder an eine Wand zu laufen, wieder in einem Gespräch zu landen, das nach wenigen Minuten implizit entschieden ist, ohne dass man wirklich angekommen wäre.

Mit der Zeit entsteht das Gefühl, in einem Kreislauf festzustecken. Man geht von Praxis zu Praxis, von Fachrichtung zu Fachrichtung, ohne dass sich ein roter Faden ergibt. Jede Station bringt neue Hoffnung, aber auch das Risiko einer erneuten Enttäuschung. Diese Abfolge aus Hoffen und Enttäuschtwerden ist zermürbend. Sie greift das Vertrauen in das System an, aber auch die eigene seelische Stabilität. Viele berichten, dass sie sich irgendwann vor Terminen innerlich verspannen, nicht weil sie keine Hilfe wollen, sondern weil sie den emotionalen Aufwand fürchten, der mit dem möglichen Nicht-Gesehen-Werden verbunden ist. Und trotzdem gehen sie weiter, nicht aus Naivität, sondern aus Notwendigkeit, weil Aufgeben sich oft noch aussichtsloser anfühlt.

Wenn Hilfe zur finanziellen Belastung wird

Zu dieser Erschöpfung gesellt sich bei vielen ein weiterer, oft tabuisierter Aspekt: Geld. Zahlreiche Betroffene stoßen im Verlauf ihrer Suche auf diagnostische und therapeutische Angebote, die nicht oder nur teilweise von den Krankenkassen übernommen werden. Manchmal liegt es daran, dass es für bestimmte Verfahren keine etablierte Abrechnungsgrundlage gibt. Manchmal daran, dass die ärztliche Zeit, die für komplexe Fälle nötig wäre, in einem eng getakteten Kassensystem nicht realistisch abbildbar ist. Manchmal ist es eine Mischung aus beidem. Für Betroffene fühlt sich das nicht wie eine sachliche Systemfrage an, sondern wie eine zusätzliche Hürde in einem ohnehin überfordernden Zustand.

Dadurch entsteht ein schmerzhafter Konflikt. Einerseits will man nichts unversucht lassen. Andererseits sind die finanziellen Möglichkeiten begrenzt, oft schon allein deshalb, weil der Zustand die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt oder weil die Kräfte fehlen, um die eigene Existenz so zu stabilisieren, wie man es früher konnte. Viele geraten in ein inneres Abwägen, das sich nicht wie eine Entscheidung anfühlt, sondern wie ein Zwang: Bezahle ich diese Untersuchung in der Hoffnung, dass sie endlich etwas klärt, obwohl niemand garantieren kann, dass sie tatsächlich weiterführt. Versuche ich diese Behandlung, obwohl ich nicht weiß, ob sie wirkt. Oder akzeptiere ich, dass ich mir bestimmte Wege nicht leisten kann und damit vielleicht auch die Möglichkeit verliere, irgendwann verstanden zu werden.

Manche greifen Ersparnisse an. Andere verzichten auf Dinge, die früher selbstverständlich waren. Wieder andere vermeiden kostenpflichtige Angebote, weil sie es schlicht nicht können. In allen Fällen entsteht eine neue Form von Ohnmacht, weil sich die Hoffnung auf Besserung plötzlich an finanzielle Grenzen koppelt. Krankheit wird nicht nur körperlich und seelisch, sondern auch ökonomisch spürbar. Und diese finanzielle Dimension trägt etwas Bitteres in sich, weil sie das Gefühl erzeugt, dass man nicht nur um Anerkennung kämpft, sondern auch um Zugang.

Wenn Ärzte wollen, aber nicht können

Viele Betroffene machen auch eine Erfahrung, die schwer auszuhalten ist, weil sie so ambivalent wirkt: Sie treffen auf Ärzte, die grundsätzlich bereit wären, hinzusehen, die Anteilnahme zeigen, die ernsthaft versuchen, Zusammenhänge zu erkennen, und die dennoch durch Rahmenbedingungen begrenzt sind. Die Termine sind kurz, die Zeitfenster eng, die Abrechnungsvorgaben starr. Gerade komplexe Beschwerdebilder benötigen jedoch Gespräche, die nicht in zehn Minuten erledigt sind, sondern Raum brauchen, um die Geschichte zu verstehen, die Veränderung zu erfassen, das Muster überhaupt zu erkennen. Wenn dieser Raum nicht da ist, entsteht eine Art medizinischer Kurzschluss: Man bleibt bei dem, was schnell prüfbar ist, und wenn das unauffällig ist, bleibt nur das Ausweichen.

Für Betroffene fühlt sich das an, als sei ihr Zustand in einem System gelandet, das strukturell nicht dafür gebaut ist. Nicht weil jemand böse ist, sondern weil die Abläufe, die Finanzierung, die Organisation nicht auf solche Fälle zugeschnitten sind. Das Ergebnis bleibt jedoch dasselbe: Man geht nach Hause mit dem Gefühl, dass der eigene Zustand zu groß ist für die Strukturen, die ihn auffangen sollen. Diese Erfahrung ist besonders zermürbend, weil sie nicht mit einem einzelnen Arzt verbunden ist, sondern wie eine Mauer wirkt, die überall ähnlich aussieht.

Wenn Hoffnung an kleine Begegnungen geknüpft wird

Trotz all dieser Erfahrungen berichten viele Betroffene, dass einzelne Begegnungen einen großen Unterschied machen können. Nicht unbedingt, weil dadurch sofort eine Diagnose gefunden oder eine Behandlung begonnen wird, sondern weil in solchen Momenten etwas geschieht, das oft rar geworden ist: jemand hört wirklich zu. Jemand sagt nicht „Das ist nichts“, sondern „Ich sehe, dass Sie leiden.“ Jemand gibt zu, dass er nicht alles erklären kann, ohne daraus zu folgern, dass es deshalb nicht real sein kann. Manchmal genügt ein Satz wie „Ich glaube Ihnen“, um einen inneren Knoten zu lösen, der sich aus vielen Monaten des Zweifelns gebildet hat.

Solche Momente ändern nicht automatisch den Körperzustand, aber sie ändern das innere Erleben. Sie nehmen ein Stück Einsamkeit. Sie geben dem Leiden eine Form von Würde zurück. Für viele werden diese Begegnungen zu stillen Ankern, weil sie zeigen, dass man nicht zwangsläufig in der Rolle des Unglaubwürdigen bleiben muss, sondern als Mensch mit realen Beschwerden gesehen werden kann, auch wenn die Medizin noch keine endgültige Sprache dafür gefunden hat.

Der innere Konflikt rund um die Impfung

Viele Betroffene betonen, dass sie sich bewusst für die Covid-19-Impfung entschieden haben. Nicht leichtfertig, nicht aus Gruppendruck, sondern als abgewogene Entscheidung in einer Zeit, in der Risiken und Verantwortung ständig gegeneinander abgewogen wurden. Für viele war die Impfung ein Akt der Vernunft, der Solidarität, des Selbstschutzes und des Schutzes anderer. Sie wollten wieder Sicherheit, wieder Planbarkeit, wieder einen Alltag, der nicht permanent von Gefahr und Ausnahmezustand geprägt ist. Und genau deshalb ist es für viele so schwer, wenn der eigene Körper im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung Veränderungen zeigt, die sich nicht einfach wieder verlieren. Denn dann entsteht nicht nur ein medizinisches Problem, sondern ein inneres Spannungsfeld, das an Identität, Loyalität und Selbstbild rührt.

Dieser Konflikt beginnt oft mit einer simplen Beobachtung: „Seitdem ist etwas anders.“ Viele sagen das zunächst zögernd, fast entschuldigend. Nicht, weil sie sich ihres Erlebens nicht sicher wären, sondern weil sie spüren, dass dieser Satz in der Öffentlichkeit eine Falltür ist. Er kann zu schnell als Statement gelesen werden, als politische Position, als Provokation, als Eintrittskarte in eine Debatte, die viele gar nicht führen wollen. Betroffene möchten nicht „gegen“ etwas sein. Sie möchten nicht Teil eines Lagers werden. Sie möchten nicht als Menschen erscheinen, die Wissenschaft ablehnen oder sich in Erzählungen flüchten. Sie wollen etwas viel Grundsätzlicheres: dass ihr individuelles Erleben ernst genommen wird, ohne dass daraus sofort eine Weltanschauung gemacht wird.

Gerade in Deutschland, wo die Pandemiejahre für viele Familien, Freundeskreise und Arbeitsumfelder konfliktgeladen waren, ist diese Angst vor Zuschreibung besonders stark. Viele Betroffene kennen die Reflexe: Wer Impfschäden erwähnt, wird schnell in eine Ecke gestellt. Wer über Nebenwirkungen spricht, gilt manchen sofort als „Impfskeptiker“. Andere hören darin automatisch „Verschwörung“, noch bevor überhaupt ein medizinischer Satz gefallen ist. Betroffene erleben diese gesellschaftliche Aufladung wie ein unsichtbares Minenfeld. Und sie wissen: Ein falsch gesetztes Wort kann reichen, damit der Gesprächspartner nicht mehr zuhört, sondern nur noch einordnet.

Dadurch entsteht eine doppelte Belastung. Da ist zum einen die körperliche Veränderung, die reale Einschränkung, die Erschöpfung, die Unsicherheit. Und da ist zum anderen die soziale und psychische Anspannung, überhaupt darüber sprechen zu können. Viele berichten, dass sie innerlich ständig filtern: Wie sage ich das, ohne missverstanden zu werden? Welche Begriffe darf ich nicht benutzen? Wie formuliere ich so, dass es nicht nach Schuldzuweisung klingt, sondern nach einer Beobachtung? Dieser dauernde sprachliche Selbstschutz ist erschöpfend. Er nimmt dem Betroffenen das Recht auf eine einfache, klare Beschreibung der eigenen Situation. Er macht aus einem Krankheitsgespräch eine diplomatische Übung.

Hinzu kommt ein moralischer Knoten, den viele nur schwer aussprechen können: Wenn man sich aus Überzeugung impfen ließ, fühlt es sich innerlich widersprüchlich an, überhaupt einen Zusammenhang zu denken. Manche kämpfen mit Schuldgefühlen, obwohl sie keine Schuld tragen. Nicht selten taucht die Frage auf: Darf ich das überhaupt sagen? Darf ich überhaupt annehmen, dass es einen zeitlichen Zusammenhang gibt, ohne „undankbar“ zu wirken oder ohne anderen Angst zu machen? Manche haben Angst, durch ihr Erzählen anderen zu schaden, weil sie befürchten, dass ihre Geschichte instrumentalisiert werden könnte. Dieses Gefühl, dass das eigene Leiden nicht nur privat ist, sondern sofort gesellschaftlich „verwendbar“ wird, macht viele stumm.

Und dann ist da noch der medizinische Aspekt des Konflikts: das Gefühl, dass man auf einer unsicheren Grenze steht. Betroffene erleben Symptome, sie spüren eine Veränderung, sie sehen eine zeitliche Nähe – aber sie bekommen nicht automatisch eine eindeutige Einordnung. Sie erleben, dass Wissenschaft und Medizin in vielen Bereichen sehr klar sind, aber bei individuellen, seltenen oder komplexen Verläufen eben auch Grenzen haben. Für Betroffene ist das schwer, weil sie in diesem Zwischenraum leben: nicht beweisbar, nicht widerlegbar, nicht sauber einzuordnen. Dieser Schwebezustand ist psychisch belastend, weil er dem Kopf keine Ruhe lässt. Man bleibt in einer inneren Schleife, in der man sich immer wieder fragt, ob man zu viel hineinliest oder zu wenig ernst nimmt.

Aus all dem entsteht eine Kommunikationsstrategie, die man oft erst später als solche erkennt: Vorsicht. Viele sprechen nur mit sehr wenigen Menschen darüber. Manche erzählen es nur dem engsten Partner, wenn überhaupt. Andere erwähnen es beim Arzt nur nebenbei, als wolle man sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Wieder andere wechseln sofort das Thema, sobald sie merken, dass das Gespräch kippen könnte. Diese Vorsicht ist verständlich, aber sie hat einen Preis: Sie isoliert. Wer nicht offen sprechen kann, trägt vieles allein. Wer ständig befürchten muss, missverstanden zu werden, zieht sich innerlich zurück. Und wer sich zurückzieht, verliert gleichzeitig einen Teil der sozialen Entlastung, die gerade bei chronischen oder unklaren Beschwerden so wichtig wäre.

So wird der innere Konflikt rund um die Impfung zu etwas, das weit über medizinische Fragen hinausgeht. Er betrifft den Wunsch, rational zu bleiben und zugleich ehrlich zu sein. Er betrifft die Angst vor gesellschaftlicher Einordnung und zugleich die Sehnsucht nach Anerkennung. Er betrifft die Hoffnung, dass es eine Erklärung gibt, ohne dass man damit eine politische Debatte auslöst. Und er führt am Ende bei vielen zu einem bitteren Gefühl: Dass man nicht nur mit Symptomen lebt, sondern auch mit einer Art sprachlicher Unsichtbarkeit – weil man das, was einen täglich beschäftigt, nicht in den Raum stellen kann, ohne dass es sofort missbraucht, verdreht oder abgewertet wird.

Und genau deshalb ist das Gefühl von Isolation bei vielen so stark. Nicht, weil sie keine Menschen hätten. Sondern weil sie sich in einem Thema bewegen, in dem Zuhören selten neutral ist. Sie müssen nicht nur erklären, wie es ihnen geht. Sie müssen gleichzeitig verhindern, falsch gelesen zu werden. Und das ist auf Dauer eine Last, die sich fast so schwer anfühlen kann wie das körperliche Problem selbst.

Wenn Angehörige hilflos danebenstehen

Nicht nur für die Betroffenen selbst verändert sich das Leben, sondern auch für die Menschen in ihrem Umfeld. Partner, Familienmitglieder, Freunde erleben, dass jemand, den sie kennen, sich verändert, ohne dass es dafür eine klare Erklärung gibt. Anfangs ist oft viel Verständnis da. Man hört zu, tröstet, versucht zu unterstützen. Mit der Zeit kann jedoch Unsicherheit entstehen. Wie lange dauert das? Wird es wieder besser? Was kann man überhaupt tun?

Viele Betroffene spüren diese Unsicherheit sehr genau. Sie nehmen wahr, wenn Angehörige ratlos werden oder wenn die Geduld nachlässt, auch wenn niemand es offen ausspricht. Das erzeugt Schuldgefühle. Man möchte niemandem zur Last fallen. Man möchte nicht ständig über Beschwerden sprechen. Gleichzeitig ist das eigene Leben von diesen Beschwerden geprägt. Dieses Spannungsfeld kann Beziehungen belasten, selbst wenn auf beiden Seiten gute Absichten vorhanden sind.

Manche Betroffene ziehen sich zurück, um andere nicht zu überfordern. Sie sprechen weniger über ihr Befinden, obwohl es sie innerlich stark beschäftigt. Dadurch entsteht eine zusätzliche Einsamkeit. Man ist krank, fühlt sich unverstanden und schweigt darüber.

Wenn Arbeit zur existenziellen Frage wird

Für viele spielt die Frage der beruflichen Leistungsfähigkeit eine zentrale Rolle. Wer sich dauerhaft erschöpft fühlt, Konzentrationsprobleme hat oder körperlich weniger belastbar ist, merkt schnell, dass Arbeit schwieriger wird. Manche können ihre gewohnte Tätigkeit nur noch eingeschränkt ausüben. Andere müssen ihre Stunden reduzieren. Wieder andere fallen längere Zeit aus.

Diese Situation ist nicht nur finanziell belastend, sondern auch identitätsbezogen. Arbeit ist für viele Menschen mehr als Broterwerb. Sie gibt Struktur, Sinn, soziale Einbindung, Selbstwert. Wenn diese Säule ins Wanken gerät, entstehen zusätzliche Ängste. Was passiert, wenn ich meinen Job nicht mehr schaffe? Wie lange hält mein Arbeitgeber zu mir? Wie sichere ich meine Existenz?

Die Unsicherheit wird dadurch verstärkt, dass es keine klare Diagnose gibt, die man vorlegen kann. Man kann schlecht erklären, was man hat. Man kann schlecht prognostizieren, wie sich der Zustand entwickeln wird. Das erzeugt ein Gefühl von Kontrollverlust.

Wenn soziale Kontakte langsam weniger werden

Viele Betroffene berichten, dass ihr sozialer Radius kleiner wird. Nicht unbedingt, weil sie keine Lust mehr auf Menschen haben, sondern weil Treffen anstrengender geworden sind. Gespräche kosten Energie. Geräusche, viele Eindrücke, längere Anwesenheit können überfordern. Man beginnt, Einladungen abzusagen oder gar nicht erst anzunehmen.

Anfangs erklären Freunde das vielleicht mit einer Phase. Mit der Zeit werden Einladungen seltener. Nicht aus Bosheit, sondern weil man annimmt, dass der andere ohnehin nicht kann. So entsteht schleichend eine Distanz, die niemand bewusst herbeigeführt hat.

Für Betroffene fühlt sich das oft wie ein doppelter Verlust an. Sie verlieren nicht nur körperliche Möglichkeiten, sondern auch soziale Selbstverständlichkeit. Einsamkeit kann entstehen, selbst wenn Menschen theoretisch vorhanden wären.

Der Verlust des alten Selbstbildes

Viele Betroffene müssen sich mit der Frage auseinandersetzen, wer sie eigentlich sind, wenn vieles von dem, was sie früher ausgemacht hat, nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich ist. Wer sich über Leistungsfähigkeit, Aktivität, Belastbarkeit oder Unabhängigkeit definiert hat, erlebt einen tiefen Bruch.

Dieses Thema wird selten offen angesprochen. Es ist kein medizinischer Punkt, kein messbarer Wert. Und doch ist er zentral. Der Verlust eines vertrauten Selbstbildes kann eine Form von Trauer auslösen. Man trauert um die Person, die man einmal war. Man trauert um Pläne, um Zukunftsbilder, um Vorstellungen vom eigenen Leben.

Diese Trauer ist oft leise. Sie äußert sich nicht immer in Weinen, sondern in einem stillen Gefühl von Wehmut, von innerem Rückzug, von Nachdenklichkeit.

Leben mit Rückschlägen

Viele Betroffene erleben ihren Verlauf nicht als stetige Verbesserung, sondern als schwankend. Es gibt Phasen, in denen es etwas besser geht, und Phasen, in denen sich Symptome wieder verstärken. Rückschläge sind besonders belastend, weil sie Hoffnungen erschüttern.

Man hat vielleicht das Gefühl, einen kleinen Schritt nach vorne gemacht zu haben, nur um kurze Zeit später wieder zurückgeworfen zu werden. Diese Erfahrung kann entmutigend sein. Sie nährt die Angst, dass der Zustand dauerhaft bleibt oder sich nie stabilisiert.

Gleichzeitig lernen viele Betroffene mit der Zeit, dass Rückschläge nicht zwangsläufig bedeuten, dass alles verloren ist. Diese Erkenntnis entsteht meist nicht aus Optimismus, sondern aus Erfahrung. Man merkt, dass sich Zustände verändern können, auch wenn es langsam geht.

Der vorsichtige Umgang mit Hoffnung

Hoffnung bekommt in diesem Kontext eine andere Bedeutung. Es ist selten die große Hoffnung auf eine schnelle Heilung. Es ist eher eine vorsichtige, leise Hoffnung. Die Hoffnung, dass sich der Zustand stabilisiert. Dass kleine Verbesserungen möglich sind. Dass man Wege findet, mit dem eigenen Körper besser umzugehen.

Diese Hoffnung ist oft unspektakulär. Sie äußert sich nicht in Begeisterung, sondern in einem stillen Weitermachen. In dem Entschluss, den nächsten Tag zu bewältigen. In dem Versuch, kleine positive Veränderungen wahrzunehmen.

Der Wunsch nach einem Raum, in dem man einfach krank sein darf

Viele Betroffene sehnen sich nach einem Raum, in dem sie ihre Beschwerden äußern können, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Ein Raum, in dem sie nicht erklären müssen, warum sie erschöpft sind. Warum sie etwas nicht können. Warum sie vorsichtig sind.

Dieser Wunsch richtet sich nicht nur an Ärzte, sondern an die Gesellschaft insgesamt. Es geht um die Anerkennung, dass es Zustände gibt, die real sind, auch wenn sie noch nicht vollständig verstanden sind. Dass ein Mensch krank sein kann, ohne dass es dafür bereits einen klaren Namen oder eine eindeutige Erklärung gibt.

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