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Brustkrebs bleibt eine der häufigsten und bedeutendsten Herausforderungen im Bereich der Frauengesundheit. Mit verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten, die von Chemotherapie und Strahlentherapie bis hin zu neuen Immuntherapien reichen, wird ständig nach den besten Strategien zur Bekämpfung dieser Krankheit gesucht. Eine kürzlich im Januar 2024 veröffentlichte Studie untersucht die Wirksamkeit dieser unterschiedlichen Therapieansätze, um die effektivsten Behandlungsstrategien für verschiedene Patientengruppen zu identifizieren.

Chemotherapie und Strahlentherapie: Bewährte Methoden

Chemotherapie und Strahlentherapie sind seit langem etablierte Behandlungsmethoden für Brustkrebs. Chemotherapie beinhaltet die Verwendung von Medikamenten, die Krebszellen im gesamten Körper abtöten oder deren Wachstum hemmen. Diese Methode wird oft in Kombination mit anderen Behandlungen angewendet, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Haarausfall und ein erhöhtes Infektionsrisiko sind jedoch häufig und können die Lebensqualität der Patientinnen erheblich beeinträchtigen.

Strahlentherapie zielt hingegen gezielt auf den Tumor und das umliegende Gewebe ab, wobei hochenergetische Strahlen verwendet werden, um Krebszellen zu zerstören. Diese Therapie wird oft nach einer Operation eingesetzt, um verbleibende Krebszellen zu eliminieren und das Risiko eines Rückfalls zu reduzieren. Obwohl die Strahlentherapie weniger systemische Nebenwirkungen verursacht, können lokale Hautreaktionen und Müdigkeit auftreten.

Fortschritte in der Immuntherapie

Die Immuntherapie hat in den letzten Jahren als revolutionärer Ansatz in der Krebsbehandlung erheblich an Bedeutung gewonnen. Diese innovative Therapieform nutzt das körpereigene Immunsystem, um Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Ein besonders vielversprechender Einsatzbereich der Immuntherapie ist die Behandlung von Triple-Negativem Brustkrebs (TNBC), einer besonders aggressiven und schwer behandelbaren Brustkrebsform, die weder Östrogen- noch Progesteronrezeptoren oder HER2-Proteine exprimiert.

Mechanismen und Wirkungsweise

Die Grundidee der Immuntherapie besteht darin, das Immunsystem zu aktivieren oder zu verstärken, um Krebszellen effektiver zu bekämpfen. Im Kontext von TNBC sind Tumore, die hohe Konzentrationen an Tumor-infiltrierenden Lymphozyten (TILs) aufweisen, besonders interessant. TILs sind Immunzellen, die in den Tumor eindringen und ein Anzeichen für eine immunologisch aktive Tumorumgebung sind. Studien haben gezeigt, dass Patientinnen mit TIL-reichen Tumoren besser auf Immuntherapien ansprechen und insgesamt eine bessere Prognose haben.

Checkpoint-Inhibitoren

Eine der wichtigsten Entwicklungen in der Immuntherapie ist der Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren. Diese Medikamente blockieren bestimmte Proteine, die Krebszellen nutzen, um das Immunsystem zu unterdrücken. Pembrolizumab ist ein prominentes Beispiel für einen Checkpoint-Inhibitor, der bei der Behandlung von TNBC eingesetzt wird. Pembrolizumab blockiert das Protein PD-1 (Programmed Death-1), das normalerweise als "Bremse" für das Immunsystem wirkt. Indem es diese Bremse löst, kann das Immunsystem die Krebszellen effektiver angreifen und zerstören.

Klinische Studien und Ergebnisse

Aktuelle klinische Studien haben gezeigt, dass die Zugabe von Pembrolizumab zu herkömmlichen Chemotherapie-Regimen die Behandlungsergebnisse bei Patientinnen mit TNBC signifikant verbessern kann. Eine bemerkenswerte Studie ist die KEYNOTE-522-Studie, die zeigte, dass die Kombination von Pembrolizumab mit einer Chemotherapie die Rate des pathologischen vollständigen Ansprechens (pCR) bei Patientinnen mit neu diagnostiziertem TNBC erhöht. Dies bedeutet, dass nach der Behandlung keine Krebszellen mehr im Tumor oder in den Lymphknoten nachweisbar waren.

Darüber hinaus wird die Immuntherapie zunehmend in früheren Stadien der Erkrankung untersucht. Die Behandlung im neoadjuvanten Setting (vor der Operation) ermöglicht es, die Wirksamkeit der Therapie in vivo zu bewerten und gleichzeitig den Tumor zu verkleinern, was chirurgische Eingriffe erleichtern und deren Umfang reduzieren kann.

Zukunftsperspektiven

Die Fortschritte in der Immuntherapie bieten vielversprechende Perspektiven für die Behandlung von TNBC. Durch die Kombination von Immuntherapie mit anderen Behandlungsmethoden und die Identifizierung spezifischer Biomarker, die das Ansprechen auf die Therapie vorhersagen können, wird es möglich, individuell zugeschnittene Behandlungspläne zu entwickeln. Dies erhöht nicht nur die Wirksamkeit der Therapie, sondern reduziert auch das Risiko von Nebenwirkungen und verbessert die Lebensqualität der Patientinnen.

Die Immuntherapie stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung von Triple-Negativem Brustkrebs dar. Durch das gezielte Aktivieren des Immunsystems und die Entwicklung neuer Therapieansätze können die Behandlungsergebnisse für Patientinnen mit dieser aggressiven Krebsform erheblich verbessert werden. Zukünftige Forschungen und klinische Studien werden dazu beitragen, diese Therapieformen weiter zu optimieren und personalisierte Behandlungsstrategien zu entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse jeder Patientin abgestimmt sind.

Die Wahl der besten Therapie bei Brustkrebs hängt von vielen Faktoren ab, darunter der Tumortyp, das Stadium der Erkrankung und die individuelle Gesundheit der Patientin. Während Chemotherapie und Strahlentherapie weiterhin wesentliche Bestandteile der Behandlung bleiben, bieten neuartige Immuntherapien vielversprechende Perspektiven, insbesondere für Patientinnen, deren Krebs nicht auf traditionelle Therapien anspricht.

Die aktuelle Studie unterstreicht die Bedeutung einer individualisierten Behandlungsstrategie, die die spezifischen Bedürfnisse und Bedingungen jeder Patientin berücksichtigt. Durch die Integration neuer Forschungsergebnisse und Therapieansätze können die Behandlungsergebnisse weiter verbessert und die Lebensqualität der Betroffenen erhöht werden. Patientinnen sollten in engem Austausch mit ihrem medizinischen Team stehen, um die bestmögliche Therapieoption zu finden und gemeinsam die effektivste Behandlungsstrategie zu ermitteln.

Quelle

  • KEYNOTE-522-Studie:
    Schmid P, Cortes J, Dent R, Pusztai L, McArthur H, Kummel S, Bergh J, Denkert C, Park YH, Hui R, et al. Pembrolizumab for Early Triple-Negative Breast Cancer. N Engl J Med 2020;382:810-821. DOI: 10.1056/NEJMoa1910549.
  • The BMJ. Advances in systemic therapies for triple negative breast cancer. BMJ 2022;381 Verfügbar unter: bmj.com
  • BMC Cancer. Comparative efficacy and safety of different combinations of three CDK4/6 inhibitors with endocrine therapies in HR+/HER-2 − metastatic or advanced breast cancer patients: a network meta-analysis. BMC Cancer 2023;23:11322. Verfügbar unter: bmccancer.biomedcentral.com

 

 
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