Visite-Medizin
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Aktuelle medizinische Studie, News und Informationen für Patienten
Vaskulitiden – Wenn das eigene Immunsystem die Gefäße zum Gegner macht
Der Moment, in dem der Körper nicht mehr nur sich selbst ist!
Es gibt Krankheiten, die man kommen sieht. Sie kündigen sich an, schleichend oder deutlich, und irgendwann fügt sich alles zu einem Namen, einer Diagnose, einem erklärbaren Zusammenhang.
Und es gibt Krankheiten, bei denen der Körper sich anfühlt, als hätte er die Seiten gewechselt.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt: Über inneren Zwang, äußere Erwartungen und den zermürbenden Weg durch die Reproduktionsmedizin
Am Anfang steht selten ein Wort wie „unerfüllt“. Am Anfang steht meist nicht einmal ein klares Problem. Es gibt keinen Stempel, keinen Befund, keine Szene, die man später als Ursprung erzählen könnte.
Es ist eher ein inneres Verrücken von Gewissheiten, als hätte jemand im Hintergrund eine Schraube gelöst, die man nie bemerkt hat, solange sie fest saß.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
IVF – In-vitro-Fertilisation: Wenn Abwarten keine Option mehr ist.
Der Weg zur IVF beginnt selten mit einem klaren Satz wie: „Jetzt machen wir das.“ Häufig beginnt er viel früher, in einem Zustand, der nach außen kaum sichtbar ist. Es ist ein Leben, das weiterläuft, während im Inneren etwas enger wird.
Man erledigt Dinge, führt Gespräche, arbeitet, plant. Und gleichzeitig entsteht ein leises Zählen, das man sich selbst am Anfang oft nicht einmal eingesteht. Nicht aus Dramatisierung, sondern aus dem Bedürfnis, etwas zu begreifen, das sich nicht greifen lässt.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Morbus Still – wenn der Körper kein verlässlicher Ort mehr ist
Es gibt Krankheiten, die sich ankündigen wie ein Ereignis. Ein klarer Bruch, ein Datum, ein Vorher und ein Nachher. Und es gibt Krankheiten, die sich nicht ankündigen, sondern einschleichen. Sie kommen nicht als Katastrophe, sondern als Störung.
Als etwas, das zunächst nicht ins Gewicht fällt, weil man gelernt hat, dem eigenen Körper zu vertrauen. Morbus Still – korrekt bezeichnet als Still-Syndrom oder Adult-Onset Still’s Disease (AOSD) – gehört zu dieser zweiten Kategorie.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Medikamente bei Morbus Still – Wirkstoffe, Wirkmechanismen und therapeutische Einordnung
Die medikamentöse Behandlung von Morbus Still ist darauf ausgerichtet, eine fehlgesteuerte Entzündungsreaktion des Immunsystems zu kontrollieren. Da es sich um eine autoinflammatorische Erkrankung handelt, liegt der Schwerpunkt nicht auf der Bekämpfung äußerer Auslöser, sondern auf der Regulation körpereigener Entzündungsprozesse. Medikamente sind dabei kein Zusatz, sondern häufig die Grundlage dafür, dass Symptome beherrschbar werden und Organschäden vermieden werden können.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Ursachen von Morbus Still – was man heute weiß und was offen bleibt
Morbus Still, korrekt als Still-Syndrom oder Adult-Onset Still’s Disease bezeichnet, gehört zu den sogenannten autoinflammatorischen Erkrankungen. Diese Krankheitsgruppe unterscheidet sich grundlegend von Infektionskrankheiten, aber auch von klassischen Autoimmunerkrankungen. Die Entzündung entsteht nicht durch äußere Erreger wie Bakterien oder Viren, sondern durch eine Fehlsteuerung körpereigener Abwehrmechanismen. Trotz intensiver medizinischer Forschung ist bis heute keine einzelne, eindeutig nachweisbare Ursache bekannt. Stattdessen geht man davon aus, dass mehrere biologische Faktoren zusammenwirken und sich gegenseitig verstärken.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Fibromyalgie und ME/CFS – zwei gnadenlose Erkrankungen, die ein Leben von innen her aushöhlen
Es beginnt selten mit Schmerz. Und fast nie mit einem klaren Gefühl von Krankheit. Am Anfang steht etwas viel Unscheinbareres, etwas, das man leicht übersieht oder wegschiebt: Irritation. Ein inneres Stolpern. Tage, an denen der Körper sich nicht richtig anfühlt, ohne dass man genau sagen könnte, was falsch ist.
Man wacht auf und merkt, dass der Schlaf nicht getragen hat. Nicht schlecht, nicht gut – einfach wirkungslos. Man steht auf und spürt den eigenen Körper mehr als sonst. Nicht schmerzhaft, aber präsent. Zu präsent.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Hormonrezeptor-positiver Brustkrebs: Wenn die Antihormontherapie einen von heute auf morgen in die Menopause schickt
Es gibt Sätze, die man erst versteht, wenn der Körper sie ausspricht. Nicht mit Worten, sondern mit einem plötzlichen Umschalten, als hätte jemand im Inneren einen Schalter umgelegt, den man nie gesehen hat.
Antihormontherapie klingt nach etwas, das „man eben macht“, nach einer medizinischen Maßnahme, nüchtern, logisch, erklärbar. Und ja: Sie ist oft Teil einer Behandlung, die schützen soll, die verhindern soll, dass Krebszellen wieder Nahrung finden.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Medikamente bei Morbus Bechterew – über Eingriffe, die nicht heilen, aber Leben wieder möglich machen
Wenn die Entzündungen den Takt vorgegeben!
Es gibt Schmerzen, die man erklären kann. Und es gibt Schmerzen, die erklären, dass etwas grundsätzlich nicht stimmt. Der Schmerz bei Morbus Bechterew gehört zur zweiten Kategorie.
Er ist kein Warnsignal mehr, kein kurzfristiger Alarm. Er ist Ausdruck eines Zustands, der sich verselbständigt hat. Einer Entzündung, die nicht mehr weiß, wann sie aufhören soll.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Wenn rheumatoide Arthritis langsam das Leben übernimmt
Über den leisen Verlust von Selbstverständlichkeit, über Schmerz, der nicht nur im Gelenk sitzt – und über das Ringen darum, sich selbst nicht zu verlieren. Es beginnt nicht mit Schmerz. Es beginnt damit, dass du dir selbst nicht mehr glaubst.
Es ist selten der dramatische Auftakt, den andere Krankheiten manchmal haben, dieser eine Tag, an dem man später sagen kann: Da ist es passiert.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Morbus Bechterew – Wenn Rückenschmerz, Entzündungen und Steifheit den Körper langsam festschreiben
Wenn Entzündung nicht nur schmerzt, sondern das eigene Leben leise umschreibt. Es beginnt nicht „dramatisch“, sondern so, dass man sich selbst nicht glaubt.
Morbus Bechterew beginnt bei vielen Menschen auf eine Weise, die fast schon perfide unspektakulär ist. Nicht mit einem Ereignis, das man später wie eine Markierung im Kalender wiederfindet, nicht mit einem Sturz, nicht mit einem klaren Auslöser. Sondern mit etwas, das sich im Alltag versteckt.
Wenn chronische Entzündung Haltung, Bewegung und Leben verändert
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Zwischen Nähe und Sprachlosigkeit – Warum während der Krebstherapie selbst gut gemeinte Nähe von Bekannten zur Belastung werden kann
Es gibt Zeiten, in denen das Leben nicht laut zerbricht, sondern still. Nicht wie eine Explosion, die alle sehen und verstehen, sondern wie ein langsames Absinken von Gewissheiten. Nach einer Krebsoperation und während einer Chemotherapie passiert oft genau das: Man lebt weiter, man steht auf, man spricht, man antwortet – und doch ist im Inneren etwas grundlegend anders.
Warum nach einer Krebs-OP und während der Chemotherapie oft nur der Partner wirklich versteht, wie es einem geht
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Spondyloarthritiden – Wenn der Körper nicht mehr vergisst und der Schmerz zur Sprache wird
Es gibt Krankheiten, die treten auf wie ein Ereignis. Man kann fast auf einen Tag zeigen und sagen: Da hat es begonnen. Und es gibt Krankheiten, die kommen nicht wie ein Ereignis, sondern wie eine langsame Verschiebung.
Nicht laut, nicht dramatisch, nicht einmal eindeutig. Eher wie ein kaum merklicher Riss zwischen dem, was man vom eigenen Körper erwartet, und dem, was er plötzlich liefert. Spondyloarthritiden gehören zu dieser zweiten Art.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
ME/CFS – Wenn Menschen so tun, als ginge es ihnen gut, bis der Körper nicht mehr mitspielt
Der Verdacht ist oft das Erste, was kommt – noch bevor Hilfe kommt!
Es gibt Krankheiten, die werden erkannt, weil sie sichtbar sind. Man sieht die Wunde, den Verband, die Narbe, den Rollstuhl. Man sieht Blutwerte, Bilder, Befunde. Und selbst wenn man nicht versteht, wie es sich anfühlt, versteht man wenigstens: Da ist etwas, das nicht verhandelbar ist.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Stiff-Person-Syndrom (SPS) – Der Moment, in dem der Körper erstarrt und Krämpfe die Kontrolle übernehmen
Es gibt Krankheiten, die den Körper verändern. Und es gibt Krankheiten, die das Verhältnis zum eigenen Körper verändern, als würde jemand die Regeln still austauschen, während man noch glaubt, im selben Leben zu stehen.
Das Stiff-Person-Syndrom gehört zu dieser zweiten Art. Es ist nicht nur eine medizinische Diagnose. Es ist ein Einschnitt in etwas, das man sonst kaum bemerkt: in das Grundvertrauen, dass Bewegung möglich ist, dass ein Schritt nicht verhandelt werden muss, dass ein Muskel loslässt, wenn man es will, dass Sicherheit im eigenen Körper nicht jeden Tag neu erkämpft werden muss.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Lupus – Wenn Schübe nicht nur schmerzen oder erschöpfen, sondern Organe, Augen und Nerven angreifen
Und wenn man lernen muss, mit einem Körper zu leben, der sich nicht mehr verlässlich anfühlt!
Viele Menschen erinnern sich später nicht an einen klaren Anfang. Sie erinnern sich eher an eine Phase, in der etwas in ihnen zu kippen begann, ohne dass es dafür einen einzigen, eindeutigen Auslöser gab.

Es ist diese merkwürdige Zeit, in der man noch arbeitet, noch funktioniert, noch lacht – und sich gleichzeitig fragt, warum sich alles schwerer anfühlt als früher. Müdigkeit, die nicht zu den Tagen passt. Schmerzen, die sich nicht „wegbewegen“ lassen. Fieber, das kommt und geht, ohne dass eine Erkältung dahintersteht. Ein Körper, der plötzlich so reagiert, als sei er nicht mehr derselbe.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Hildegard von Bingen: Weihrauch als innere Unterstützung bei Entzündungen
Weihrauch ist in der Vorstellung vieler Menschen vor allem Duft, Ritual und Kirche. In der Klostermedizin jedoch war er mehr: ein Harz, dem man eine ordnende, klärende und beruhigende Wirkung zuschrieb.
Hildegard von Bingen dachte Heilung nie als schnellen Griff nach einem Mittel, sondern als Rückkehr zu einer inneren Ordnung. Gerade deshalb passt Weihrauch in ihr Denken so gut – nicht als Wunder, sondern als leise Hilfe, wenn im Inneren „zu viel“ ist: zu viel Hitze, zu viel Unruhe, zu viel Überschuss.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Hildegard von Bingen – Ein Leben zwischen Glauben, Wissen und innerer Stimme
Hildegard von Bingen wurde 1098 in Bermersheim vor der Höhe geboren, in eine Welt, in der das Leben von Krankheit, früher Sterblichkeit und religiöser Ordnung bestimmt war.
Als zehntes Kind einer adligen Familie galt sie als sogenanntes „Zehntopfer“ und wurde schon früh für ein Leben im Dienst der Kirche bestimmt.
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Akuter Schwindel: „Ich habe den Boden unter den Füßen verloren“
Es gibt Erfahrungen, die nicht wachsen, sondern einschlagen. Sie kündigen sich nicht an, sie lassen keinen Raum für Vorbereitung, sie entstehen nicht aus einer Entwicklung heraus. Sie reißen ein Loch in die Selbstverständlichkeit des Lebens. Akuter Schwindel ist für viele Menschen genau eine solche Erfahrung.
Er beginnt nicht mit einem leisen Hinweis des Körpers, sondern mit einem Bruch. Eben noch war alles geordnet, vertraut, selbstverständlich – und im nächsten Augenblick ist diese Ordnung nicht mehr verfügbar.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Chronischentzündliche Polyneuropathie (CIDP) – Wenn der Körper nicht mehr trägt
Es gibt Krankheiten, die beginnen mit einem klaren Signal. Ein Schmerz, der schreit. Ein Ereignis, das sich wie ein Stempel in den Kalender drückt. Ein Moment, von dem an man sagen kann: Ab hier war alles anders. Chronischentzündliche Polyneuropathie (CIDP) beginnt für viele Menschen nicht so.
Sie beginnt nicht mit einem Alarm, sondern mit einem Zweifel. Mit einem leisen Misstrauen gegenüber dem eigenen Körper, das man anfangs nicht ernst nimmt, weil es sich nicht dramatisch anfühlt und weil man sich selbst nicht sofort glauben möchte.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Pankreasnekrose – Der Moment, in dem der Körper nicht mehr trägt
Es gibt Erkrankungen, die verändern den Alltag. Und es gibt Erkrankungen, die verändern das innere Koordinatensystem eines Menschen. Eine Pankreasnekrose gehört zur zweiten Kategorie.
Sie tritt nicht nur als medizinisches Ereignis auf, sondern als Erfahrung, die sich tief in das Erleben von Körper, Sicherheit und Zukunft einschreibt.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Multiple Sklerose – wenn der Tag schon müde beginnt
Ein Morgen, der sich nicht wie ein Anfang anfühlt!
Es gibt Morgen, an denen der Tag nicht aufsteht. Er bleibt liegen, noch bevor er begonnen hat. Die Augen öffnen sich, der Raum ist da, das Licht fällt durch das Fenster – und trotzdem fühlt es sich an, als hätte etwas Entscheidendes den Raum nicht betreten.
Keine Frische. Kein inneres Aufrichten. Kein leiser Impuls, der sagt: Jetzt geht es los. Stattdessen liegt eine Schwere über allem, die sich nicht abschütteln lässt.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Hepatitis B und C: Wenn Fatigue, Muskelschwäche und neurologische Beschwerden bleiben
Wenn die Krankheit endet – und das Leben nicht zurückkehrt!
Es gibt Erkrankungen, die in Akten einen klaren Verlauf haben. Diagnose, Therapie, Kontrolle, Abschluss. Und dann gibt es Erkrankungen, die zwar medizinisch in eine Ordnung gebracht werden können, aber im Körper eine Unordnung hinterlassen, die sich nicht so leicht wieder schließt.
Viele Menschen, die mit Hepatitis B oder Hepatitis C leben oder gelebt haben, kennen genau diese Kluft. Auf dem Papier kann der Zustand stabil sein.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Hepatitis C: Symptome, Behandlung und Prognose
Hepatitis C ist eine Virusinfektion, die vor allem die Leber betrifft, aber in vielen Fällen weit über die Leber hinaus in das Leben hineinwirkt. Das Schwierige ist nicht nur die medizinische Dimension, sondern die Art, wie diese Erkrankung oft beginnt: leise, unscharf, ohne eindeutige Warnsignale.
Viele Menschen erfahren erst im Krankenhaus, nach einer Blutuntersuchung oder im Rahmen einer Abklärung anderer Beschwerden, dass das Hepatitis-C-Virus in ihrem Körper war oder ist.
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Borreliose – Wenn ein kleiner Stich das Vertrauen in den eigenen Körper erschüttert
Borreliose beginnt selten dramatisch!
Borreliose beginnt selten dramatisch. Kein plötzlicher Zusammenbruch, kein eindeutiger Moment, der sagt: Jetzt ist etwas grundlegend anders. Oft ist da nur ein Zeckenstich, beiläufig, schnell vergessen. Vielleicht eine kurze Irritation, ein roter Fleck, der wieder verschwindet. Vielleicht auch gar nichts.
Und genau darin liegt für viele Menschen der erste Bruch: Eine Erkrankung, die sich nicht klar ankündigt, sondern sich leise in den Alltag schiebt – und dort bleibt.
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Das Post-Lyme-Syndrom – Wenn die Krankheit nicht geht
„Die Borreliose ist behandelt.“ Für viele ist das nicht nur ein medizinischer Satz, sondern ein Versprechen. Ein Satz, der Ordnung herstellen soll, weil er ein Ende markiert, einen Abschluss, eine Rückkehr in jene stille Selbstverständlichkeit, in der der Körper nicht ständig Thema ist.

Wer eine Zeit lang krank war, hofft nicht auf Perfektion, oft nicht einmal auf völlige Beschwerdefreiheit, sondern auf etwas viel Banaleres: dass das Leben wieder fließt, ohne dass jeder Schritt, jede Entscheidung, jede Verabredung an eine unsichtbare Rechnung geknüpft ist. Dass man wieder in einen Tag hineingehen kann, ohne vorher zu prüfen, ob er überhaupt machbar ist.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Krebs und Zuversicht: Warum Betroffene oft hoffnungsvoller sind als ihre Partner
Es gibt Sätze, die in einem Krankenzimmer plötzlich eine seltsame Schwerkraft bekommen. Sätze, die man vorher für Floskeln gehalten hätte, für psychologische Nettigkeiten, für das, was Menschen sagen, wenn sie nicht wissen, was sie sagen sollen.
Und dann sitzt man da, mitten in einer Krebsdiagnose, und merkt: Manche Sätze sind nicht banal. Sie sind nur zu groß für den Alltag.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Wenn der eigene Schmerz angezweifelt wird – Fibromyalgie zwischen Selbstzweifel und sozialer Isolation
Es beginnt nicht mit einem Knall, sondern mit einem leisen Verrutschen!
Manche Krankheiten treten in das Leben wie eine Tür, die plötzlich aufgestoßen wird. Es gibt ein Vorher und ein Nachher, es gibt einen Tag, an dem etwas passiert ist, eine Untersuchung, die einen Befund liefert, ein Wort, das alles verändert. Fibromyalgie ist oft das Gegenteil davon.
Sie schleicht sich heran, tastet sich vor, legt sich über Tage wie ein Schatten, der zunächst kaum auffällt, weil man ihn mit Müdigkeit verwechselt. Mit Stress. Mit einer schlechten Woche. Mit einem Körper, der eben mal nicht so mitspielt.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Chemotherapie ist nicht gleich Chemotherapie – wenn die Chemo einen schwer mitgenommen hat
Es gibt diesen Satz, der oft gut gemeint ist und trotzdem tief trifft: „Die Chemotherapie ist vorbei, jetzt wird alles wieder normal.“
Er klingt vernünftig, fast beruhigend. Als ließe sich ein so massiver Einschnitt einfach zeitlich begrenzen. Therapie rein, Therapie raus, Leben weiter.
Für viele Menschen stimmt das nicht. Für manche beginnt mit dem Ende der Chemotherapie eine Phase, die schwerer einzuordnen ist als alles zuvor. Keine Akutbehandlung mehr, aber auch keine Rückkehr in das alte Leben. Kein Alarmzustand mehr, aber auch keine Entspannung.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin
Der neuropathische Schmerz: Wenn das Nervensystem selbst zur Wunde wird
Es beginnt nicht mit einem Ereignis, sondern mit einem leisen Bruch!
Neuropathischer Schmerz beginnt selten dort, wo man ihn erwarten würde. Er kommt nicht mit einem klaren Moment, den man später benennen kann. Kein „Seit dem Unfall“, kein „Seit der Operation“, kein eindeutiges Davor und Danach.
Für viele beginnt er schleichend, fast unscheinbar. Ein Brennen, das man noch ignoriert. Ein Kribbeln, das man wegerklärt. Ein Stechen, das man für Zufall hält. Und doch ist da früh dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt – nicht dramatisch, aber irritierend.
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- Geschrieben von: Mazin Shanyoor, Visite-Medizin










