Menü
Suche

Brustkrebs ist weltweit eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Die Diagnose löst zunächst Angst und Unsicherheit aus. Doch die moderne Medizin hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Heute sind die Heilungschancen und Prognosen bei Brustkrebs - vor allem bei frühzeitiger Erkennung - sehr gut. Die Prognose hängt wesentlich vom Stadium der Erkrankung, von der Art des Brustkrebses, vom Alter und vom Gesundheitszustand der Betroffenen sowie von der Qualität der Behandlung ab.

Heilungschancen und Prognose von Brustkrebs

Bedeutung der TNM-Klassifikation

Ein zentrales Element zur Bestimmung der Heilungschancen und der Prognose ist die TNM-Klassifikation. Mit dieser internationalen Klassifikation wird die Ausbreitung von Krebserkrankungen beschrieben. "T" steht für die Größe des Tumors, "N" für den Lymphknotenbefall und "M" für Metastasen. Je nach Ausprägung dieser drei Faktoren wird der Krebs in ein bestimmtes Stadium eingeteilt. Die TNM-Klassifikation ermöglicht eine genauere Prognose und die Planung der am besten geeigneten Behandlung. So bedeutet beispielsweise die Einstufung T1N0M0, dass der Tumor klein ist und sich noch nicht auf Lymphknoten oder andere Körperteile ausgebreitet hat, was in der Regel eine günstige Prognose bedeutet.

Frühe Stadien von Brustkrebs

Die Frühstadien von Brustkrebs, genauer gesagt die Stadien 0, I und II, stellen einen entscheidenden Zeitpunkt für die Behandlung und die Prognose dieser Erkrankung dar. In diesen frühen Stadien ist der Krebs in der Regel auf die Brust beschränkt und hat sich noch nicht auf andere Teile des Körpers ausgebreitet. Die Chancen auf Heilung und Langzeitüberleben sind in diesen Stadien deutlich höher als in späteren Stadien.

Stadium 0

Im Stadium 0, dem so genannten Carcinoma in situ, befinden sich die Krebszellen ausschließlich in den Drüsengängen der Brust und haben das umliegende Gewebe noch nicht befallen. Diese frühe Form von Brustkrebs wird als nicht invasiv bezeichnet, da er sich noch nicht über seinen Entstehungsort hinaus ausgebreitet hat. Die 5-Jahres-Überlebensrate von Patientinnen, die in diesem Stadium diagnostiziert werden, liegt bei nahezu 100%, was die Bedeutung der Früherkennung unterstreicht. Die Behandlung in diesem Stadium kann eine lokale Entfernung des befallenen Gewebes oder eine Mastektomie sein, je nach Wunsch der Patientin und Empfehlung des Behandlungsteams.

Stadium I

Im Stadium I hat der Krebs begonnen, sich über die ursprünglichen Grenzen hinaus auszubreiten, ist aber noch klein und in der Regel auf die Brust beschränkt. Die Tumoren in diesem Stadium sind oft nicht größer als 2 cm und haben sich noch nicht auf die benachbarten Lymphknoten ausgebreitet. Die Heilungschancen sind nach wie vor hoch, und die 5-Jahres-Überlebensraten sind sehr ermutigend. Die Behandlung kann eine Kombination aus Operation (Lumpektomie oder Mastektomie), Strahlentherapie und gegebenenfalls Hormontherapie umfassen, um die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens zu minimieren.

Stadium II

Stadium II ist komplexer, da es eine größere Variabilität in der Tumorgröße und dem Grad des Lymphknotenbefalls gibt. Die Tumoren können größer als 2 cm, aber nicht größer als 5 cm sein oder kleinere Tumoren umfassen, die in 1 bis 3 benachbarte Lymphknoten gestreut haben. Obwohl diese Krebsstadien etwas weiter fortgeschritten sind, bleiben die Heilungschancen und Überlebensraten hoch, insbesondere wenn eine umfassende und gezielte Behandlung erfolgt. Die Behandlung im Stadium II kann aggressiver sein und umfasst häufig eine Kombination aus Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie und/oder Hormontherapie, je nach den spezifischen Merkmalen des Krebses und anderen individuellen Faktoren der Patientin.

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung in diesen Stadien ist entscheidend, um die bestmöglichen Heilungschancen zu gewährleisten. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und eine Sensibilisierung für die Brustgesundheit spielen eine zentrale Rolle bei der Erkennung von Brustkrebs in seinen frühesten, am besten behandelbaren Stadien. Die moderne Medizin bietet eine Vielzahl wirksamer Behandlungsmöglichkeiten für Frauen, bei denen Brustkrebs im Frühstadium diagnostiziert wurde, was die Bedeutung der Früherkennung und eines proaktiven Gesundheitsmanagements unterstreicht.

Fortgeschrittene Stadien III und IV

Stadium III

Wenn Brustkrebs in die fortgeschrittenen Stadien übergeht, insbesondere in das Stadium III, ist dies eine Phase, in der sich der Krebs weiter ausgebreitet hat. Obwohl die Krankheit in diesem Stadium schwerer verläuft und die Heilungschancen tendenziell sinken, gibt es noch Grund zur Hoffnung. Im Stadium III ist der Krebs in der Regel über die ursprüngliche Tumorregion in der Brust hinausgewachsen und hat sich auf die benachbarten Lymphknoten ausgebreitet, bleibt aber meist in der Brust und ihrer unmittelbaren Umgebung. 

Die Behandlung in diesen fortgeschrittenen Stadien erfordert einen aggressiveren Ansatz, um die Krankheit wirksam zu bekämpfen. Die Operation spielt häufig eine zentrale Rolle, wobei das Ziel darin besteht, so viel Tumor wie möglich zu entfernen. In vielen Fällen folgt auf die Operation eine Strahlentherapie, die darauf abzielt, die verbleibenden Krebszellen abzutöten und das Risiko eines Wiederauftretens der Krankheit zu minimieren. Chemotherapie wird ebenfalls häufig eingesetzt, um Krebszellen im ganzen Körper anzugreifen, was besonders wichtig ist, um Mikrometastasen zu bekämpfen, die sich außerhalb der primären Tumorregion befinden können.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bieten zielgerichtete Therapien, die auf bestimmte Merkmale der Krebszellen abzielen. Durch die gezielte Beeinflussung dieser Merkmale können diese Therapien das Krebswachstum verlangsamen oder stoppen, wobei gesunde Zellen weniger geschädigt werden als bei der herkömmlichen Chemotherapie. Diese Präzisionsmedizin ermöglicht es, individuelle Behandlungspläne zu entwickeln, die auf die genetische Zusammensetzung des Tumors jeder einzelnen Patientin zugeschnitten sind.

Obwohl die Heilungschancen in fortgeschrittenen Stadien schwanken, ist die 5-Jahres-Überlebensrate nach wie vor signifikant, was bedeutet, dass viele Patientinnen mit der richtigen Behandlung und Betreuung eine große Hoffnung haben können. Die Überlebensraten hängen von einer Reihe von Faktoren ab, darunter die spezifischen Eigenschaften des Tumors, das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand der Patientin sowie das Ansprechen auf die Behandlung.

Es ist wichtig, dass Patientinnen in diesen Stadien eng mit ihrem Behandlungsteam zusammenarbeiten, um den besten Behandlungsplan für ihre spezifische Situation zu entwickeln. Fortschritte in der medizinischen Forschung und neue Behandlungsmethoden werden ständig entwickelt und verbessern die Aussichten für Patientinnen in fortgeschrittenen Stadien von Brustkrebs. Die Unterstützung durch ein multidisziplinäres Team aus Onkologen, Chirurgen, Radiologen und anderen Spezialisten ist entscheidend, um die bestmögliche Betreuung und Behandlung zu gewährleisten.

Metastasierter Brustkrebs (Stadium IV)

Im metastasierten Stadium, auch Stadium IV genannt, hat sich der Brustkrebs über die ursprüngliche Tumorregion in der Brust und die angrenzenden Lymphknoten hinaus ausgebreitet. Metastasen entstehen, wenn Krebszellen in andere Teile des Körpers wie Knochen, Leber, Lunge oder Gehirn wandern und dort neue Tumore bilden. Dieses Stadium der Erkrankung gilt oft als unheilbar, da es sehr schwierig ist, den Krebs vollständig aus dem Körper zu entfernen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es keine Hoffnung oder Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Die medizinische Wissenschaft und die Onkologie haben bedeutende Fortschritte bei der Behandlung von metastasiertem Brustkrebs erzielt. Die verfügbaren Therapien zielen darauf ab, das Wachstum des Krebses zu kontrollieren, seine Ausbreitung zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen so weit wie möglich zu erhalten und zu verbessern. Dazu gehören Hormontherapien, die darauf abzielen, die Produktion oder Wirkung bestimmter Hormone zu blockieren, die das Krebswachstum fördern können. Chemotherapien werden eingesetzt, um Krebszellen im ganzen Körper abzutöten oder ihr Wachstum zu hemmen. Darüber hinaus gibt es zielgerichtete Therapien, die bestimmte Merkmale der Krebszellen angreifen, und Immuntherapien, die das körpereigene Immunsystem der Patientin stärken, damit es die Krebszellen bekämpfen kann.

Diese Behandlungsansätze können einzeln oder in Kombination eingesetzt werden, je nach den spezifischen Eigenschaften der Krebserkrankung, dem Gesundheitszustand der Patientin und anderen Faktoren. Ziel ist es, die durch die Metastasen verursachten Symptome wie Schmerzen oder Funktionseinschränkungen zu lindern und so die Lebensqualität zu verbessern.

Obwohl die 5-Jahres-Überlebensrate in diesem fortgeschrittenen Stadium niedriger ist als in früheren Stadien, zeigen die Daten, dass viele Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs dank moderner Therapien und individuell angepasster Behandlungspläne deutlich länger leben. Diese Behandlungspläne berücksichtigen eine Vielzahl von Faktoren, darunter die Art und Lokalisation der Metastasen, das Vorhandensein genetischer Mutationen im Krebsgewebe und das individuelle Ansprechen auf frühere Behandlungen.

Die kontinuierliche Erforschung und Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten bietet Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs immer wieder neue Hoffnung. Auch die aktive Teilnahme an klinischen Studien kann Zugang zu innovativen Therapien bieten, die das Potenzial haben, die Behandlungsergebnisse weiter zu verbessern. Entscheidend ist, dass Patientinnen eng mit ihrem Behandlungsteam zusammenarbeiten, um die für sie beste Therapieoption zu finden und ihre Lebensqualität so hoch wie möglich zu halten.

Faktoren, die die Prognose beeinflussen

Die Prognose bei Brustkrebs wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, die weit über das Stadium der Erkrankung hinausgehen. Diese Faktoren spielen eine entscheidende Rolle für die Wirksamkeit der Behandlung und die langfristigen Aussichten einer Patientin. 

Zunächst ist der Hormonstatus des Tumors von großer Bedeutung. Tumore, die Östrogen- und/oder Progesteronrezeptoren aufweisen, werden als hormonrezeptorpositiv bezeichnet. Diese Krebsart reagiert in der Regel empfindlicher auf Hormontherapien, die darauf abzielen, die Produktion von Hormonen zu blockieren oder deren Wirkung auf die Krebszellen zu verhindern. Dieser Ansatz kann das Wachstum des Tumors verlangsamen oder sogar stoppen und ist oft ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist der HER2-Status des Tumors. HER2-positive Tumoren produzieren zu viel des HER2-Proteins, was das Wachstum der Krebszellen beschleunigen kann. Glücklicherweise sind zielgerichtete Therapien, die sich gegen das HER2-Protein richten, bei dieser Art von Brustkrebs häufig wirksam, was die Prognose deutlich verbessert.

Auch das Alter der Patientin zum Zeitpunkt der Diagnose spielt eine Rolle. Jüngere Frauen mit Brustkrebs haben manchmal aggressivere Tumoren, die eine intensivere Behandlung erfordern. Jüngere Patientinnen vertragen aber oft auch intensivere Behandlungen besser, was ihre Überlebenschancen verbessern kann.

Der allgemeine Gesundheitszustand der Patientin beeinflusst ebenfalls die Prognose. Personen mit einem robusten Gesundheitszustand können intensivere Behandlungen vertragen und haben möglicherweise eine bessere Gesamtprognose. Dagegen können Vorerkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem die Behandlungsmöglichkeiten einschränken und die Genesung erschweren.

Schließlich ist das Ansprechen des Krebses auf die Therapie ein entscheidender Faktor. Einige Tumore sprechen gut auf die Behandlung an und können vollständig entfernt oder zerstört werden, was zu einer günstigen Prognose führt. Andere wiederum können gegen bestimmte Therapien resistent sein, was die Suche nach wirksamen Behandlungsmöglichkeiten erschwert und die Prognose verschlechtert.

Insgesamt hängt die Prognose bei Brustkrebs von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren ab. Eine individuelle Betrachtung dieser Faktoren ermöglicht es dem Behandlungsteam, einen maßgeschneiderten Behandlungsplan zu erstellen, der für jede Patientin das bestmögliche Ergebnis anstrebt.

Meine Meinung

Die Heilungschancen und Prognosen bei Brustkrebs haben sich dank der Fortschritte in Diagnostik und Therapie deutlich verbessert. Die TNM-Klassifikation spielt eine wichtige Rolle bei der Einstufung der Erkrankung und hilft, die am besten geeignete Behandlung zu identifizieren. Früherkennung und individuelle Therapie sind der Schlüssel zum Erfolg. Auch wenn fortgeschrittener Brustkrebs eine Herausforderung darstellt, ermöglichen neue Therapieansätze vielen Patientinnen ein längeres und besseres Leben. 

Quellen, Leitinien & Studien
  • AGO Empfehlungen „Diagnosis and Treatment of Patients with Primary and Metastatic Breast Cancer”, Stand: April 2022: ago-online.de
  • Patientenratgeber zu den Empfehlungen der AGO Kommission Mamma, Stand: 2022: ago-online.de
  • Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 4.4, Stand: Juni 2021: leitlinienprogramm-onkologie.de (Abrufdatum am 20.08.2023)
  • Deutsche Krebsgesellschaft, Onko Internetportal, Brustkrebs: Basis-Infos für Patientinnen und Angehörige. Online unter krebsgesellschaft.de (Abrufdatum am 20.08.2023).

HER2-positiv

  • Joseph A. Sparano et al.: Adjuvant Chemotherapy Guided by a 21-Gene Expression Assay in Breast Cancer, New England Journal of Medicine, June 3, 2018, DOI: 10.1056/NEJMoa1804710
  • Schrodi S et al. Outcome of breast cancer patients with low hormone receptor positivity: Analysis of a 15-year population-based cohort. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 20.August 2021, https://doi.org/10.1016/j.annonc.2021.08.1988

Aromatasehemmer

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013.
  • Fachinformation: Exemestan, unter: www.fachinfo.de, (Abruf: 23.08.2023).
  • Geisslinger, G. et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen - Pharmakologie, Klinische Pharmakologie, Toxikologie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 11. Auflage, 2020.

BRCA-Mutation

Brustkrebsoperationen

  • Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Stand August 2019. Online unter www.leitlinienprogramm-onkologie.de (Anruf: 25.08.2023).
  • Deutsche Krebsgesellschaft, Onko Internetportal, Brustkrebs: Basis-Infos für Patientinnen und Angehörige. Online unter www.krebsgesellschaft.de (Zugriff am 25.08.2023).
  • AGO Empfehlungen „Diagnosis and Treatment of Patients with Primary and Metastatic Breast Cancer”, Stand: März 2021:
    https://www.ago-online.de

 

 
×
 
► News
 
► Symptome
 
► Diagnostik
 
► Therapien
 
► Krankheiten
 
► Medikamente
 
► Gesundheit
 
► Suche
 
Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.